Das ist Ihre Erfolgsstrategie für schwache Börsen
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25.04.2022 Michael Schröder

Nach 65%-Rücksetzer: Darum gehört dieser ehemalige Highflyer wieder auf die Watchlist

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Eckert & Ziegler

Eckert & Ziegler hat seine Prognose für das laufende Jahr vor Kurzem bestätigt. 2022 will der Spezialist für isotopentechnische Anwendungen in Medizin, Wissenschaft und Industrie den Umsatz auf rund 200 Millionen Euro (Vorjahr: 180 Millionen Euro) steigern und einen Jahresüberschuss von rund 38 Millionen Euro (Vorjahr: 34,5 Millionen Euro) erzielen. Die mittel- und langfristigen Aussichten sind unverändert vielsprechend. Doch der Funke will bei den Anlegern noch nicht wirklich überspringen.

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Die sich abzeichnende Zinswende hat seit Jahresbeginn bereits einen Wechsel weg von hoch bewerteten Wachstumstiteln zu günstigeren Value-Aktien eingeläutet. Hintergrund: Höhere Zinsen führen bei der Berechnung des Unternehmenswerts dazu, dass die in Zukunft erzielten Gewinne weniger wert sind. Je höher das erwartete Ertragswachstum, desto stärker drücken steigende Zinsen den diskontierten aktuellen Wert. Folge: Technologie-Titel mit einer hohen Bewertung werden gemieden – trotz vielversprechender Aussichten.

Auch die Aktie von Eckert & Ziegler hat in den vergangenen Monaten unter diesem Szenario gelitten. Vom Hoch bei 138 Euro Anfang November 2021 hat der Titel mittlerweile 65 Prozent an Wert verloren. Seit Jahresbeginn steht ein Verlust von rund 50 Prozent zu Buche.

Im kommenden Jahr könnten die Umsätze auf 225 Millionen Euro ansteigen und ein Gewinn je Aktie von 1,62 Euro (Vorjahr: 1,47 Euro) zu Buche stehen. Damit würde die Aktie mittlerweile nur noch mit einem 2023er-KUV von 4,1 und einem KGV von 30 bewertet. Angesichts der mittelfristigen Wachstumssausichten ist die Aktie nach dem Rücksetzer zumindest nicht mehr zu hoch bewertet. Ab 2024 dürfte sich das Wachstum weiter beschleunigen.

Hintergrund: Eckert & Ziegler konzentriert sich als Hersteller von radioaktiven Komponenten auf Anwendungen in der Krebstherapie, der industriellen Radiometrie und der nuklearmedizinischen Diagnostik. Vor allem der Einsatz von schwach radioaktivem Material in der Krebsbehandlung hat in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte und Erfolge erzielt. Mittlerweile sind inzwischen zahlreiche sogenannte Radiopharmazeutika zur Diagnose und Therapie von Krebs in der Entwicklung und auf dem Markt. Eckert & Ziegler ist einer der wenigen Hersteller, die das Grundmaterial, die Radioisotopen, für solche Mittel mit einem globalen Produktions- und Liefernetzwerk an Pharmakonzerne wie Novartis liefern können. Es ist ein Milliarden-Markt und ein insgesamt konjunkturunabhängiges Geschäftsmodell.

Eckert & Ziegler (WKN: 565970)

Beim Blick auf die Kursentwicklung stellt sich derzeit die Frage, wann „nicht mehr zu hoch bewertet“ wieder so „günstig bewertet“ ist, dass Investoren bei der Aktie zugreifen. Eine kurzfristige Einschätzung ist nur schwer möglich. Das kann bei Kursen um 45 Euro der Fall sein, es kann aber auch erst bei Kursen unter 40 Euro passieren. Doch bleibt die Gesellschaft auf dem eingeschlagenen Wachstumskurs, ist die Wahrscheinlichkeit zumindest groß, dass die Aktie dank der guten Positionierung in einer lukrativen Nische mittelfristig wieder höher notiert als heute. Anleger können die Papiere daher schon jetzt mindestens auf ihre Watchlist setzen. DER AKTIONÄR bleibt am Ball.

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