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16.03.2021 Marion Schlegel

Morphosys nach Zahlen massiv unter Druck – was nun?

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Morphosys

Das Biotechunternehmen Morphosys zeigt sich nach einem guten Jahr vorsichtig mit Blick auf 2021. Für das laufende Jahr rechne Morphosys mit Erlösen von 150 bis 200 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Montagabend in Planegg bei München mit – deutlich weniger als die 327,7 Millionen Euro, die Morphosys wie bereits bekannt im vergangenen Jahr erzielt hatte.

Morphosys (WKN: 663200)

Allerdings ist noch Luft nach oben: In der Umsatzprognose seien keine weiteren Meilensteinzahlungen neben den jüngst verkündeten 16 Millionen Euro von GSK enthalten, teilte Morphosys mit. Außerdem lasse sie Raum für "Schwankungen aus dem ersten vollen Jahr der Markteinführung von Monjuvi und die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, die im ersten Halbjahr 2021 voraussichtlich größer sein werden", hieß es weiter.

2020 erzielte Morphosys einen Jahresüberschuss von 97,9 Millionen Euro und ein unverwässertes Ergebnis je Aktie von 3,01 Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag wie bereits bekannt bei 27,4 Millionen Euro.

Am Markt kam der Ausblick allerdings nicht so gut an. Die Aktie gerät am Dienstagmorgen deutlich unter Druck. Auf der Handelsplattform Tradegate liegt das Papier mehr als sechs Prozent im Minus bei 79,58 Euro.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat Morphosys nach endgültigen Zahlen auf "Neutral" mit einem Kursziel von 110 Euro belassen. Sein Fokus habe vor allem auf den Aussagen des Biotech-Unternehmens zum Jahr 2021 gelegen, schrieb Analyst Graig Suvannavejh in einer am Dienstag vorliegenden Studie. Während die von Morphosys angegebene Umsatzzielspanne seine Schätzung in etwa treffe, seien die von drei verschiedenen Konsens-Anbietern (Thomson Eikon, Vara Research und FactSet) verfehlt worden. Nicht überrascht habe, dass es keine Ziele für die Monjuvi-Umsätze 2021 gebe.

DER AKTIONÄR sieht die Zahlen auch keineswegs so schlecht, wie sie am Markt ankommen – zumal es sich ganz klar um eine konservative Prognose handelt. Mit dem heutigen Rücksetzer ist das Papier allerdings aus charttechnischer Sicht unter eine wichtige Marke gerutscht. Wichtig ist, dass sich die Aktie schnell stabilisiert. DER AKTIONÄR sieht bei den derzeitigen Kursen langfristig hervorragend Kaufchancen. Lesen Sie in der kommenden Ausgabe 12/2021 des AKTIONÄR, die online hier ab Mittwoch, 17. März, 22 Uhr abrufbar ist, ein ausführliches Interview mit dem Finanzvorstand Sung Lee.

(Mit Material von dpa-AFX)