11.03.2017 Thomas Bergmann

Milliardär und DFB = Top-Chance

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Hugo Boss
Trendthema

Am 19. Januar hatte DER AKTIONÄR einen Turbo auf Hugo Boss in sein Hebel-Depot aufgenommen. Die Spekulation damals: Nachdem die Trendwende in China geschafft und die Position in einem schwierigen europäischen Markt verteidigt wurde, würde der Modehersteller mit der Fokussierung auf die Herrenmode auf einen profitablen Wachstumskurs zurückkehren. Zudem war die Aktie im Begriff, den Widerstand bei 62 Euro zu überwinden. Dieser Ausbruch sollte sich auch einstellen, doch die Freude darüber währte nicht lange. Der Aktienkurs kam erneut unter die Räder und die Hugo-Boss-Position im Musterportfolio wurde mit einem Minus von rund 18 Prozent ausgestoppt.

Wiederholt sich die Geschichte?

Mittlerweile notiert die Aktie wieder bei 68 Euro – der Ausbruch erscheint also nachhaltig. Und es gibt neben den genannten Gründe noch einen anderen Grund, der für die Fortsetzung des eingeschlagenen Trends spricht: Albert Frère. Der belgische Milliardär hat Medienberichten zufolge über seine Investmentfirma Groupe Bruxelles Lambert (GBL) knapp drei Prozent der Anteile an Hugo Boss erworben. Zudem seien weitere Zukäufe geplant, heißt es. Eine offizielle Bestätigung steht allerdings noch aus.

Frère ist in deutschen Aktionärskreisen kein Unbekannter. Im Juli 2015 stieg GBL mit ebenfalls zunächst drei Prozent beim damals angeschlagenen Adidas-Konzern ein. Im Anschluss erhöhte GBL die Position zeitweise auf 7,2 Prozent. Der Kurs der Adidas-Aktie hat sich seit Frères Einstieg von 70 Euro auf 152 Euro mehr als verdoppelt – kein Wunder also, dass die Börse mit einem Kurssprung auf die Nachricht reagierte.

Direkter Einfluss aufs Management?

Frère ist bekannt dafür, dass er sich nicht nur an Firmen beteiligt, sondern auch Einfluss auszuüben versucht. Wie bei Adidas dürfte er bei Hugo Boss auf einen Platz im Aufsichtsrat drängen. Dies sollte ihm auch gelingen, wird ihm doch ein sehr gutes Verhältnis zum Großaktionär des Modekonzerns, dem Italiener Gaetano Marzotto, nachgesagt.

Frère und Marzotto dürften auch die neue Strategie von Hugo-Boss-Chef Mark Langer unterstützen. Langer will den Konzern in Zukunft mit nur noch zwei Marken und einer Fokussierung auf Herrenmode ausrichten und damit zu alter Ertragsstärke führen. Das Gros der Analysten sieht darin die richtige Strategie. Richard Chamberlain von RBC Capital rechnet deshalb mit einem höheren Umsatzwachstum auf vergleichbarer Verkaufsfläche. Entsprechend wird Hugo Boss auch mehr verdienen.

Neue Fantasie

Hugo Boss passt definitiv in das Beuteschema von Albert Frère. Bis Jahresende dürfte sich die Aktie gut entwickeln, wobei Risikofreudige alternativ auf den Turbo-Optionsschein mit der WKN TD6SQ4 setzen sollten. Das Kursziel für das Papier liegt bei 3,00 Euro, also 50 Prozent höher.