Der Softwarekonzern Microsoft hat mit seinen Q3-Zahlen die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Besonders ein Bereich wuchs dabei schneller als erwartet. Die Aktie gab im Anschluss an die Veröffentlichung dennoch nach.
Microsoft hat seinen Wachstumskurs im dritten Quartal eindrucksvoll fortgesetzt: Der Umsatz im Berichtszeitraum bis Ende März stieg im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 82,9 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie legte um knapp ein Viertel auf 4,27 Dollar zu. Beide Kennzahlen übertrafen die Erwartungen der Wall Street deutlich – Analysten hatten im Schnitt mit 81,4 Milliarden Dollar Umsatz und einem Gewinn je Aktie von 4,05 Dollar gerechnet.
Auch im derzeit wichtigsten Geschäftsfeld, der Cloud, wusste Microsoft erneut zu überzeugen. Insgesamt erzielte der Bereich einen Umsatz von 54,4 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von 29 Prozent entspricht. Haupttreiber war einmal mehr die Plattform Azure, deren Erlöse im Jahresvergleich um 40 Prozent zulegten.
„Wir konzentrieren uns darauf, Cloud- und KI-Infrastruktur sowie Lösungen bereitzustellen, die Unternehmen dabei unterstützen, ihre Ergebnisse in der Ära des ‚agentic computing‘ zu optimieren“, erklärte CEO Satya Nadella. „Unser KI-Geschäft hat inzwischen eine annualisierte Umsatzrate von 37 Milliarden Dollar erreicht – ein Anstieg von 123 Prozent gegenüber dem Vorjahr.“ Auch Finanzchefin Amy Hood zeigte sich zufrieden: „Wir haben die Erwartungen bei Umsatz, operativem Ergebnis und Gewinn je Aktie übertroffen. Das spiegelt unsere starke operative Umsetzung und die anhaltend hohe Nachfrage nach der Microsoft Cloud wider.“
DER AKTIONÄR meint: Die Zahlen untermauern Microsofts starke Position im Cloud- und KI-Markt. Insbesondere das robuste Azure-Wachstum dürfte Befürchtungen zerstreuen, der Konzern könnte seinen Vorsprung im KI-Wettlauf verloren haben. Dennoch blieb die Reaktion der Anleger verhalten: Nachbörslich gab die Aktie um 1,5 Prozent auf 417 Dollar nach, nachdem sie bereits im regulären Handel 1,1 Prozent auf 424,50 Dollar verloren hatte.
Microsoft liefert – und zwar auf breiter Front. Vor allem das starke Azure- und KI-Wachstum spricht klar gegen eine nachlassende Dynamik. Die verhaltene Kursreaktion wirkt eher wie kurzfristige Skepsis vor weiteren Details als wie ein grundlegender Stimmungsumschwung. Langfristig bleibt die Story intakt.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Microsoft.
Heute, 22:30