Der Facebook- und Instagram-Konzern legt am Mittwoch, 21. Oktober, nach US-Börsenschluss seine Zahlen für das dritte Quartal vor. Die Umsatzmesslatte liegt hoch – doch bei Gewinn, Rechtskosten und den Investitionen in KI gehen die Analystenmodelle deutlich auseinander.
Meta muss am Mittwoch mehr liefern als ein Umsatzplus. Anleger wollen wissen, ob der Konzern seine gewaltigen KI-Investitionen weiter aus dem Werbegeschäft finanzieren kann – und wann aus dem neuen KI-Assistenten Muse ein Geschäft wird. Die Quartalszahlen dürften deshalb vor allem an drei Fragen gemessen werden: Wie robust ist die Werbung? Wie stark drücken Sonderkosten und Investitionen auf den Gewinn? Und gibt es erste belastbare Hinweise, dass Muse mehr ist als ein aufmerksamkeitsstarker Produktstart?
Rund 63 Milliarden Dollar Umsatz erwartet
Meta selbst hatte für das dritte Quartal einen Umsatz von 61 bis 64 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Die von AlphaStreet zusammengefasste Konsensschätzung von 44 Analysten liegt bei 63,4 Milliarden Dollar – rund 23,6 Prozent über dem Vorjahresquartal.
Die Werbeerlöse bleiben der entscheidende Gradmesser. Bank of America-Analyst Justin Post verweist auf eine starke Nachfrage und bessere Werbeeffizienz durch KI-gestütztes Targeting.
Auch Goldman Sachs sieht Rückenwind durch KI: Analyst Eric Sheridan verweist auf KI als strukturellen Treiber für das Werbegeschäft. Guggenheim-Analyst Michael Morris hält die Nutzung und die Intensität der Muse-Interaktionen für einen wichtigen Stimmungsfaktor vor den Zahlen.
KI-Chance
Bei den Investitionen für 2026 hatte Meta eine Spanne von 130 bis 145 Milliarden Dollar genannt. Für 2027 liegen die Analystenschätzungen weit auseinander: Bank of America erwartet 205 Milliarden Dollar, Guggenheim rechnet mit 225 Milliarden Dollar. Wells Fargo hält sogar rund 249 Milliarden Dollar für möglich und warnt, dass die KI-Ausgaben den Gewinn 2027 zunächst stärker belasten könnten, als neue Produkte ihn steigern. Die Bank bleibt langfristig positiv und sieht Muse als möglichen Beginn eines großen Produktzyklus.
Die Erwartungen an den Umsatz sind hoch, die Erwartungen an den Gewinn wegen möglicher Sonderkosten dagegen schwer vergleichbar. Meta dürfte die Anleger weniger mit einem einzelnen EPS-Wert überzeugen müssen als mit einer klaren Antwort auf die zentrale KI-Frage: Kann der Konzern seine Werbemaschine weiter stärken und zugleich glaubhaft zeigen, dass Muse und die übrigen KI-Angebote langfristig zusätzliche Erlöse bringen?
Gelingt es Meta tatsächlich, bei den KI-Modellen technisch zu OpenAI und Anthropic aufzuschließen, dann wäre das ein Gamechanger. Investierte Anleger bleiben dabei
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