Am Mittwoch gab es gute News von Mercedes-Benz. Der Premium-Autobauer hat den Gewinnrückgang im ersten Quartal gering gehalten. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern ging im Jahresvergleich um knapp 17 Prozent auf 1,90 Milliarden Euro zurück. Der Umsatz fiel angesichts eines rückläufigen Absatzes um knapp 5 Prozent auf 31,6 Milliarden Euro. Analysten hatten einen deutlicheren Einbruch befürchtet.
Im Auto-Geschäft fiel die operative Marge vor Zinsen, Steuern und Sonderposten um 3,2 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent. Viele Experten hatten einen schlechteren Wert erwartet.
Lob von den Analysten
Positiv reagierten die Analysten: Die Stuttgarter seien solide ins Jahr gestartet, schrieb Jose Asumendi von JPMorgan. Die Markterwartungen hätten sie übertroffen. Der Ausblick bleibe trotz konjunkturellen Gegenwinds unverändert.
Technisch angeschlagen
Aus technischer Sicht befindet sich die Aktie von Mercedes-Benz in einem zunehmend schwierigen Terrain. „Das Papier ist in einem angeschlagenen charttechnischen Zustand. Besonders negativ ist zu werten, dass zuvor wichtige Widerstände nicht zurückerobert werden konnten, was die bestehende Abwärtstendenz zusätzlich bestätigt. Im Zentrum der aktuellen Betrachtung steht die doppelte Unterstützung im Bereich von rund 44 Euro, die sich als strategisch extrem bedeutend herauskristallisiert hat. Diese Zone fungiert als entscheidender Stabilitätsanker, dessen Verteidigung sowohl kurzfristig als auch langfristig über den weiteren Kursverlauf entscheiden dürfte“, sagt Charttechnik-Experte Martin Utschneider von RoboMarkets Deutschland.
"Markttechnisch zeigt sich ein durchweg schwaches Bild: Das Momentum liegt im tiefroten Bereich, die Stochastik signalisiert anhaltenden Verkaufsdruck, und auch der MACD bestätigt die negative Trenddynamik. In der Gesamtschau stehen damit die kurz-, mittel- und langfristigen Indikatoren klar auf Vorsicht, was die Wahrscheinlichkeit weiterer Rückschläge erhöht. Ein nachhaltiger Bruch der 44-Euro-Marke würde das charttechnische Bild deutlich eintrüben und könnte eine beschleunigte Abwärtsbewegung nach sich ziehen. Im bullischen Best-Szenario hingegen gelingt es der Aktie, diese Unterstützung erfolgreich zu verteidigen, gefolgt von einer Stabilisierung und der Rückeroberung zuvor verlorener Widerstände, was eine technische Gegenbewegung und eine schrittweise Trendaufhellung einleiten könnte“, ergänzt Charttechnik-Experte Utschneider.
Mercedes-Benz muss sich erneut neu orientieren. Mittelfristig soll die Auto-Sparte wieder einen Absatz von rund zwei Millionen Fahrzeugen erzielen. Helfen sollen dabei zahlreiche neue Modelle. Getragen werden soll das Wachstum auch von einem Anstieg im Top-End-Segment.
Das Management muss Ergebnisse liefern und zeigen, dass die "neue" Strategie mit einer Vielzahl von Modell-Updates Früchte tragen wird. DER AKTIONÄR favorisiert im Auto-Segment unter den deutschen Automobil-Herstellern nach wie vor BMW.
Heute, 10:18