Während Skeptiker an der Börse weiter über ein mögliches Ende des KI-Investitionszyklus diskutieren, setzt Nvidia das nächste Ausrufezeichen. CEO Jensen Huang stellt für das kommende Geschäftsjahr ein Erlöswachstum von rund 70 Prozent in Aussicht. Die Wall Street hatte bislang deutlich weniger erwartet.
- Nvidia erwartet für das Geschäftsjahr 2028 rund 70 Prozent Umsatzwachstum.
- Die Bruttomarge soll nach einem kurzfristigen Tief wieder in den Bereich von 72 bis 73 Prozent steigen.
- Vera Rubin soll den Erlös je Gigawatt Rechenzentrumskapazität deutlich erhöhen.
- Der limitierende Faktor bleibt nicht die Nachfrage, sondern die Verfügbarkeit von Speicher, Packaging und Wafern.
Damit liefert Nvidia erneut ein starkes Signal: Der KI-Boom ist nicht am Ende. Er wird aktuell vor allem durch die physische Lieferkette gebremst.
70 Prozent Wachstum trotz knapper Bauteile
Nvidia rechnet für das Geschäftsjahr 2028 vorläufig mit einem Umsatzplus von rund 70 Prozent. Laut Reuters lag der Konsens zuvor bei etwa 44 Prozent. Das ist der entscheidende Punkt: Nvidia wächst nicht nur stark, sondern stellt ein Wachstum in Aussicht, das deutlich über den Markterwartungen liegt.
Gleichzeitig warnte der Konzern, dass Engpässe bei Speicherkomponenten das Expansionstempo weiter begrenzen können. Für Anleger ist das jedoch eher ein Nachfragebeweis als ein Schwächesignal. Wenn selbst ein Unternehmen wie Nvidia nicht schnell genug liefern kann, liegt das Problem nicht beim Kundeninteresse, sondern bei der Produktionskapazität.
Umsatz und Gewinn bleiben auf Rekordkurs
Der jüngste Quartalsbericht setzte erneut Maßstäbe. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erzielte Nvidia laut Unternehmensangaben einen Umsatz von 89,0 Milliarden Dollar, ein Plus von 117 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Reuters verweist zudem auf einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,22 Dollar und ein Data-Center-Geschäft, das sich auf 89 Milliarden Dollar mehr als verdoppelte.
Die Profitabilität bleibt außergewöhnlich. Im Call erklärte Nvidia, dass die Bruttomargen kurzfristig im vierten Quartal im Bereich von 71 bis 72 Prozent ihren Boden finden und anschließend im Geschäftsjahr 2028 wieder auf 72 bis 73 Prozent steigen sollen. Für einen hardwareintensiven Konzern ist das ein extrem starkes Niveau.
Vera Rubin hebt den Erlös je Rechenzentrum
Besonders spannend ist der Blick auf die nächste Plattform. Nvidia treibt mit Vera Rubin den nächsten großen Produktzyklus voran. Laut Earnings-Call ist die Umsatzchance je Gigawatt Rechenzentrumskapazität von rund 18 Milliarden Dollar bei Hopper auf 25 Milliarden Dollar bei Blackwell gestiegen. Mit Vera Rubin soll dieser Wert auf rund 40 Milliarden Dollar je Gigawatt steigen.
Das zeigt, wie stark sich Nvidia vom reinen Chipanbieter zum Anbieter kompletter KI-Fabriken entwickelt. Es geht nicht mehr nur um einzelne GPUs, sondern um ein ganzes System aus CPUs, GPUs, Netzwerken, Speicheranbindung, Software und Rechenzentrumsarchitektur.
CPU-Geschäft vor Verdopplung
Nvidia greift inzwischen auch den klassischen Server-CPU-Markt an. Mit der Vera-CPU will der Konzern die eigene Plattform noch tiefer in Rechenzentren verankern. Im Call hieß es, dass sich der CPU-Umsatz im Geschäftsjahr 2028 auf Basis der Kundennachfrage und einer verbesserten Angebotssituation mehr als verdoppeln dürfte.
Das ist strategisch wichtig. Nvidia dominiert nicht mehr nur bei KI-Beschleunigern. Der Konzern erweitert seinen Anteil am gesamten Rechenzentrum und steigert damit den Wert jedes neuen Infrastrukturprojekts.
Die Nachfrage ist größer als das Angebot
Der wichtigste Satz für Anleger lautet: Die 70 Prozent Wachstum spiegeln nicht zwingend die volle Nachfrage wider, sondern eher das, was Nvidia voraussichtlich liefern kann. Der Markt für KI-Rechenleistung bleibt angespannt.
Engpässe bei Wafern, Advanced Packaging und Hochleistungsspeicher begrenzen weiterhin, wie schnell neue Kapazitäten entstehen. Gleichzeitig bauen Hyperscaler, KI-Labore, Staaten, Neoclouds und Unternehmen ihre Infrastruktur weiter aus. Genau daraus entsteht die enorme Preissetzungsmacht von Nvidia.
Nvidia bleibt der Taktgeber des KI-Zyklus
Nvidia liefert erneut den Beweis, dass der KI-Investitionszyklus weiterläuft. 70 Prozent erwartetes Umsatzwachstum, Margen von über 70 Prozent, Vera Rubin mit höherem Erlös je Gigawatt und ein wachsendes CPU-Geschäft zeigen: Der Konzern baut seine Stellung im Rechenzentrum weiter aus.
Für den Megatrend Folger bleibt Nvidia ein zentraler Gewinner der digitalen Transformation. Kurzfristige Schwankungen ändern nichts daran, dass der Konzern an der wichtigsten Stelle des KI-Zeitalters sitzt: bei Rechenleistung, Plattformarchitektur und Infrastruktur. Welche Optionsscheine auf Nvidia aktuell das beste Setup bieten, erfahren Leser in der aktuellen Ausgabe des Megatrend Folger.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
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