Der Medienkonzern Fox hat es offiziell verkündet: Das US-Unternehmen schluckt den Streaming-Konzern Roku im Rahmen eins zweistelligen Milliardendeals. Die Pressemitteilung vom Montag bestätigt damit die Gerüchte, die bereits am Freitag aufgekommen waren. DER AKTIONÄR beleuchtet wie viel Gewinn Anlegern jetzt winkt.
• Roku wird von Fox übernommen.
• Die Übernahme markiert den nächsten Coup von Lachlan Murdoch.
• Fox bietet 96,00 Dollar in Bar und 0,9693 Aktien der Fox Class A je Roku-Aktie.
Für jede Roku-Aktie zahlt Fox 96,00 Dollar in bar sowie 0,9693 Aktien der Fox Class A. Die Transaktion bewertet den Streaming-Spezialisten mit 160,00 Dollar pro Aktie. Damit sichert sich Fox den Zugriff auf eines der wertvollsten Netzwerke im Bereich Connected TV. Nach Abschluss der Transaktion werden die Fox-Aktionäre etwa 73 Prozent am neuen Unternehmen halten, während die Roku-Altaktionäre mit 27 Prozent beteiligt sein werden. Mit einer Bewertung von 22 Milliarden Dollar entsteht ein Schwergewicht, das die TV-Landschaft in den USA verändern wird.
Geldspritze von Morgan Stanley
Der Zukauf wird über eine Kombination aus Barmitteln und neuen Schulden finanziert; ein Brückenkredit in Höhe von zwölf Milliarden Dollar steht bereits von Morgan Stanley bereit. Wichtig für Dividenden-Jäger: Fox betont explizit, dass das Kapitalrückführungsprogramm (Dividenden und Aktienrückkäufe) ungestört weiterläuft und das Investment-Grade-Rating gewahrt bleibt.
Fox-Ceo Lachlan Murdoch, zündet damit die nächste Stufe seiner Wachstumsstrategie. Seit der Ausrichtung auf Live-News und Sport im Jahr 2019 und dem Zukauf von Tubi im Jahr 2020 hat Fox bewiesen, dass sie Streaming profitabel skalieren können.
Und die Transaktion bietet weiteres Wachstumspotenzial: Durch die Kombination aus Fox’ Premium-Content (NFL, MLB, NASCAR, FIFA WM, Fox News) und Rokus Plattform-Dominanz (über 100 Millionen Haushalte) entsteht der drittgrößte TV-Player der USA. Die Synergien sind dabei groß. Fox bringt die Inhalte, Roku die technologische Plattform, die First-Party-Daten und den direkten Zugang zum Zuschauer. Das verspricht eine massive Steigerung bei den Werbeeinnahmen, bei sinkenden Kosten. Die Unternehmen peilen Kostensynergien von etwa 400 Millionen Dollar pro Jahr an. Ab dem zweiten vollen Jahr nach Abschluss soll der Deal zudem den Free Cashflow pro Aktie steigern.
Nachdem die Roku-Aktie wegen der Gerüchte bereits am Freitag einen Satz nach oben gemacht hat, fallen die vorbörslichen Kursgewinne mit einem Plus von 0,2 Prozent kaum nennenswert aus. Die Aktie ist derzeit keine laufende Empfehlung, ein Neueinstieg drängt sich auf dem hohen Niveau nicht auf, da es deutlich chancenreichere Papiere gibt. Welche dies sind erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe.
FAQs
Was macht Roku eigentlich genau?
Roku ist ein Technologieunternehmen aus dem Bereich Streaming-Plattformen. Im Kern bietet das Unternehmen ein Betriebssystem für Smart-TVs und Streaming-Geräte an, über das Nutzer Inhalte von Diensten wie Netflix, Disney+ oder YouTube abrufen können. Gleichzeitig verdient Roku Geld über Werbung, die im eigenen Ökosystem ausgespielt wird, sowie über den Verkauf von Streaming-Hardware. Das Geschäftsmodell kombiniert also Plattform-Ökonomie mit werbebasierten Einnahmen.
Wie verdient Roku Geld?
Roku erzielt seine Umsätze im Wesentlichen über zwei Säulen: Erstens über das sogenannte „Platform Segment“, also Werbung, Lizenzgebühren und Provisionen aus Streaming-Diensten. Dieser Bereich ist der wichtigste Wachstumstreiber. Zweitens über das „Devices Segment“, also den Verkauf von Streaming-Sticks und TVs mit Roku-Betriebssystem. Während Hardware oft nur geringe Margen liefert, ist die Plattformseite hochskalierbar und profitabel, da mit steigender Nutzerzahl auch die Werbeeinnahmen überproportional wachsen.
Ist Roku ein klassischer Hardware- oder eher ein Software-/Plattformwert?
Roku wird zunehmend als Plattform- und Werbeunternehmen eingeordnet, auch wenn es historisch aus dem Hardwaregeschäft kommt. Der strategische Fokus liegt klar auf dem Ausbau des Betriebssystems und der Monetarisierung der Nutzer über Werbung und Inhalte. Dadurch ähnelt Roku eher einem digitalen Ökosystem-Anbieter als einem klassischen Elektronikhersteller. Die langfristige Investmentstory hängt daher weniger vom Geräteverkauf ab, sondern stark von Nutzerwachstum, Streaming-Nutzung und Werbemarktzyklen.
Heute, 13:41