17.04.2020 Pierre Kiren

Lufthansa droht Abstieg in die Zweite Börsenliga – das müssen Anleger jetzt wissen

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Deutsche Lufthansa

Die Lufthansa-Aktie tendiert seit Wochen südwärts. Die Corona-Krise hat das Geschäft nahezu zum Erliegen gebracht – mit Konsequenzen. Laut Index-Experte Tobias Adler vom Bankhaus Oddo Seydler stünde die Lufthansa vor einem Abstieg aus dem DAX, wenn zur Stunde eine Überprüfung anstehen würde.

Aktuell beträgt der Börsenwert der Lufthansa, bei einem Kurs von knapp über acht Euro, nach Streubesitz nur noch 3,6 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Der erst im März vom SDax in den MDax aufgestiegene Kochboxen-Hersteller Hellofresh kommt auf einen am Streubesitz orientierten Börsenwert von 4,4 Milliarden Euro.

Die nächste außerordentliche Dax-Überprüfung findet im Juni statt. Bis dahin hat die Kranich-Airline Zeit das rumzureißen. Doch dafür müsste in erster Linie der Kurs wieder steigen. Gelingt dies nicht müsste die Lufthansa Ruder in den MDax absteigen, dem Index für mittelgroße Werte.

Heißester Anwärter für Aufstieg

Nutznießer des Abstiegs wäre die Deutsche Wohnen. Der Immobilienkonzern kommt aktuell auf eine streubesitzgewichtige Marktkapitalisierung von 13 Milliarden Euro. Das Immobilienunternehmen hofft schon seit geraumer Zeit auf eine Aufnahme in die erste deutsche Börsenliga. Bisher sind diese Träume jedoch zum einen am Börsenumsatz des MDax-Unternehmens gescheitert. Zudem gab es auch kein Dax-Mitglied, das die Verbleibe-Regeln nicht mehr erfüllt hatte.

Umsichtung kann Einfluss auf die Kurse haben

Index-Änderungen sind für die meisten Privatanleger auf den ersten Blick nicht besonders spannend. Ganz unbedeutend ist ein Auf- bzw. Abstieg aber nicht: Änderungen in den Börsenindizes sind besonders für Investmentfonds wichtig, die diese exakt nachbilden und daher entsprechend umschichten und umgewichten müssen. Das kann Einfluss auf die Aktienkurse haben.

Deutsche Lufthansa (WKN: 823212)

Langfristig glaubt DER AKTIONÄR an eine positive Wende bei der Lufthansa. Aus der aktuellen Marktkapitalisierung und dem Buchwert von 10 Milliarden Euro des Unternehmens ergibt sich eine starke Diskrepanz. Die Flotte umfasst 763 Flugzeuge, wovon 85 Prozent im Eigentum der Airline sind. Laut Angaben des Managements sind davon 90 Prozent von Krediten unbelastet. 

Jedoch müssen Anleger kurzfristig mit Gegenwind rechnen. Daher sollten Anleger mit einem Einstieg noch etwas abwarten. Die Chancen stehen gut, dass man beim Blue Chip im Falle einer Kapitalerhöhung noch günstiger zum Zug kommen kann.

(Mit Material von dpa-AFX)

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