23.04.2020 Thorsten Küfner

Lufthansa: Die nächste Pleite...

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Deutsche Lufthansa

Das Coronavirus zwingt derzeit die Fluggesellschaften dazu, ihre Maschinen am Boden zu lassen. Dies führt natürlich dazu, dass viele Airlines ohne ausreichend üppiges Finanzpolster nun in existenzielle Notlage geraten. Eine Tochter von Virgin Airlines ist bereits insolvent, nun hat es ein weiteres Unternehmen erwischt. 

So hat die Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) am Mittwoch beim Amtsgericht Düsseldorf Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen des Berliner Zeitfracht-Konzerns mit 15 Flugzeugen und 354 Beschäftigten soll in Eigenverwaltung weitergeführt werden, wie ein Sprecher mitteilte. 

Als Sachwalter der Gläubiger wurde Rechtsanwalt Dirk Andres benannt, neuer Geschäftsführer ist der Rechtsanwalt Michael Wilbert. Derzeit fehle die dauerhaft positive Perspektive für die Fluggesellschaft, teilte das Unternehmen mit. "Die Insolvenz ist damit eine direkte Folge der Reisebeschränkungen und der allgemeinen wirtschaftlichen Situation während der Corona-Pandemie."  

Die LGW war zuletzt mit eigenen Crews ausschließlich im Auftrag der Lufthansa -Tochter Eurowings unterwegs, die in der Krise aber den Mietvertrag gekündigt hat. Die Kabinengewerkschaft Ufo kritisierte den Schritt, der wirtschaftlich zu diesem Zeitpunkt gar nicht notwendig gewesen sei. Der Lufthansa-Konzern nutze die Krise zu seinen Gunsten aus, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft. 

Deutsche Lufthansa (WKN: 823212)

Es dürfte nicht die letzte Pleite in der Branche gewesen sein. Die Lufthansa hat mit ihrer starken Blanz und der Aussicht auf Staatshilfe sehr gute Chancen, langfristig sogar gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Da das Chartbild aber angeschlagen ist und eine größere Kapitalerhöhung droht, sollten Anleger beim günstig bewerteten DAX-Titel vorerst weiterhin nicht zugreifen. 

(Mit Material von dpa-AFX)

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