In den letzten beiden Nächte gab es weder vom Iran noch von den USA weitere Angriffe. Daher steigt die Hoffnung, dass es einen dauerhaften Waffenstillstand geben könnte. Doch leider sind weiterhin viele strittige Punkte noch nicht geklärt. Zudem bleibt die Straße von Hormus nach wie vor dicht.
Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden haben deren Seestreitkräfte sechs Handelsschiffe an der Durchfahrt durch die strategisch bedeutende Meerenge gehindert. Wie die den Garden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, überwache der Iran ein rund 240.000 Quadratkilometer großes Seegebiet im Persischen Golf und in der Straße von Hormus – eine Fläche, die etwa zwei Dritteln der Größe Deutschlands entspricht.
Die Revolutionsgarden betonten, kein Schiff könne die Meerenge passieren, ohne die iranischen Vorschriften einzuhalten. Versuche des US-Militärs, Schiffe umzuleiten, würden mit einer „entschlossenen Reaktion“ und Warnschüssen beantwortet. Betroffene Schiffe seien daraufhin gezwungen gewesen, ihren Kurs zu ändern und umzukehren.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, wies unterdessen Berichte über Einschränkungen des Schiffsverkehrs zurück. Nach Angaben des englischsprachigen Staatssenders PressTV erklärte er, die Verkehrslage in der Straße von Hormus habe sich nicht verändert. Baghai verwies zudem auf Gespräche mit Vertretern Omans, dessen Hoheitsgewässer einen Teil der internationalen Schifffahrtsroute umfassen.
Zeitgleich meldeten iranische Medien eine Explosion auf einem Öltanker in der Straße von Hormus. Den militärnahen Nachrichtenagenturen Defapress und Tasnim zufolge war das Schiff von der vorgeschriebenen Route abgewichen und auf eine Seemine gelaufen. Zuvor soll der Tanker sein Radarsystem abgeschaltet haben. Weitere Informationen zu dem Vorfall wurden zunächst nicht veröffentlicht.
Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtswegen der Welt und ist von zentraler Bedeutung für den internationalen Energiehandel. Der Iran besteht darauf, dass Handelsschiffe eine festgelegte Route einhalten, und erhebt Anspruch auf die Kontrolle über die Meerenge.
Obwohl die Schifffahrt in der Straße von Hormus weiterhin stark eingeschränkt wird, fielen die Ölpreise im Zuge der Waffenruhe deutlich. So fiel der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zwischenzeitlich um sieben Prozent auf knapp 90 Dollar. In der Vorwoche war der Preis kurzzeitig auf 100 Dollar geklettert.
Heute, 06:55
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