US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben einen bereits vorbereiteten Großangriff auf den Iran vorerst gestoppt, um neuen Verhandlungen eine Chance zu geben. Die Gespräche sollen am Montagnachmittag stattfinden, Details zu Ort, Teilnehmern und Dauer sind bislang nicht bekannt.
Eine Bestätigung aus Teheran gab es zunächst nicht. Die Ölpreise fielen zum Wochenstart deutlich. Im Mittelpunkt der Verhandlungen dürften die Öffnung der Straße von Hormus sowie das iranische Atomprogramm stehen. Beide Themen waren bereits Gegenstand früherer Gesprächsrunden in Pakistan und der Schweiz.
Trump erklärte, er habe den Angriff wegen diplomatischer Fortschritte ausgesetzt. Es gebe die "Umrisse einer Einigung", sagte er. Für diese Einschätzung gibt es bislang jedoch keine Bestätigung anderer beteiligter Staaten.
Vor Journalisten bekräftigte Trump, das US-Militär habe nur auf Bitten Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate, Katars und des Irans von einer neuen Angriffswelle abgesehen. "Es wäre der größte Angriff seit dem Zweiten Weltkrieg geworden, und er wäre für sie verheerend gewesen", sagte Trump. Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte auf X, die Streitkräfte "stand bereit - und bleibt bereit - auf einem Niveau, wie wir es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht gesehen haben". Laut US-Medien sollten auch iranische Energieanlagen angegriffen werden. Trump betonte, die Pläne könnten "jederzeit" umgesetzt werden.
Ob tatsächlich eine Einigung bevorsteht, ist allerdings ungewiss. Die Konfliktpunkte gelten als komplex, zudem hat Trump in der Vergangenheit mehrfach Durchbrüche angekündigt, die später ausblieben. Staaten wie Katar und Saudi-Arabien riefen nach seinen Äußerungen zur Deeskalation auf.
Die Straße von Hormus bleibt das wichtigste Druckmittel des Irans. Die Meerenge ist für den weltweiten Öl- und Gasexport von zentraler Bedeutung. Eine Blockade treibt die Energiepreise und erhöht damit auch den politischen Druck auf Trump vor den anstehenden Kongresswahlen.
Parallel verhandelt der Iran mit Oman über eine Neuregelung des Schiffsverkehrs in der Meerenge. Nach Angaben von Außenminister Abbas Araghtschi befinden sich die Gespräche in der Endphase.
Auch das iranische Atomprogramm bleibt ein zentraler Streitpunkt. Israel, die USA und weitere Staaten werfen Teheran den Bau von Atomwaffen vor, was der Iran bestreitet. Experten rechnen hier nicht mit einer schnellen Einigung. Trump hatte die mutmaßliche Bedrohung durch das Atomprogramm als einen der Gründe für die amerikanisch-israelischen Angriffe genannt. Den zunächst auf wenige Wochen angelegten Krieg führt er inzwischen im sechsten Monat.
Angesichts des abgesagten Angriffs sanken die Ölpreise um knapp fünf Prozent. Brent-Öl kostet aktuell knapp 83 Dollar, WTI-Öl 79 Dollar. Doch auch dieses Niveau ermöglicht es Energiekonzernen wie Eni, die von der Blockade der Straße von Hormus nicht betroffenen sind, Tag für Tag satte Gewinne zu scheffeln. Die mit einem KGV von 8 günstig bewertete Dividendenperle bleibt nach wie vor ein klarer Kauf (Stoppkurs: 17,50 Euro).
Enthält Material von dpa-AFX
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