Die Ölpreise legen aktuell erneut leicht zu. So kostet ein Barrel der Nordseesorte Brent nun 107 Dollar, bei WTI-Öl müssen 103 Dollar auf den Tisch gelegt werden. Die Nervosität an den Märkten bleibt hoch. Denn es zeichnet sich keine Lösung für die Straße von Hormus ab, während die Reserven immer weiter sinken.
Gestern ist in der Straße von Hormus laut iranischen Revolutionsgarden ein Öltanker auf eine Seemine gelaufen und anschließend in Brand geraten. Bei dem Schiff soll es sich um die „El Gaia“ handeln. Der staatliche iranische Rundfunk Irib meldete unter Berufung auf die Revolutionsgarden, dass der Tanker auf der südlichen Route durch die Meerenge unterwegs gewesen sei. Diese Passage soll vom Iran vermint worden sein. Nach der Explosion habe das gesamte Schiff Feuer gefangen.
"Die Straße von Hormus ist geschlossen und bleibt unter unserer Kontrolle", erklärte nach Angaben des Senders die Führung der Revolutionsgarden-Marine. Die iranischen Streitkräfte hätten zuvor vor der Nutzung der südlichen Passage gewarnt. Nach ihrer Darstellung gilt nur die nördliche, an der iranischen Küste verlaufende Route als sicher. Für die Durchfahrt verlangt der Iran Gebühren.
Die Meerenge ist im Krieg zwischen Iran und den USA zu einem wichtigen Konfliktpunkt geworden. Vor Beginn des Krieges wurde dort etwa ein Fünftel der weltweiten Ölmenge transportiert. Außerdem verlaufen über diese Route Exporte von Flüssiggas und Düngemitteln aus den Golfstaaten. Ein für Montag geplantes Treffen von Außenministern der Golfstaaten zur Lage in der Straße von Hormus wurde kurzfristig abgesagt.
Strategische Ölreserve schrumpft weiter
Darüber hinaus sind die US-Rohölbestände der Strategischen Erdölreserve in der letzten Woche erneut gesunken. Mit nun 331,2 Millionen Barrel liegen sie laut den Daten des US-Energieministeriums auf dem niedrigsten Stand seit Juni 1983. Damit setzt sich die Verknappung der Vorräte infolge des Krieges zwischen den USA und dem Iran fort. In der abgelaufenen Woche sanken sie um 9,05 Millionen Barrel, der drittstärkste Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen. Der deutliche Rückgang hängt auch mit der Vereinbarung zusammen, dass die USA insgesamt 172 Millionen Barrel aus ihrer strategischen Reserve freigeben, um die Ölpreise wieder zu verringern, was bisher nicht gelang.
Die aktuelle Marktlage spielt weiterhin breit aufgestellten Energieriesen wie etwa TotalEnergies voll in die Karten. Der Konzern verfügt über eine sehr gute Kostenstruktur sowie eine solide Bilanz. Die Bewertung ist mit einem KGV von 8 immer noch günstig. Darüber hinaus lockt eine stattliche Dividendenrendite von vier Prozent. Die Aktie bleibt ein Kauf, der Stopp sollte bei 59,00 Euro belassen werden.
Heute, 07:20
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