Während es an den Rohstoffmärkten bei den zuletzt immer weiter gestiegenen Öl- und Gaspreisen aktuell zumindest eine kleine Verschnaufpause gibt, wird es an Deutschlands Tankstellen weiterhin immer teurer. So kletterte der Preis für Diesel im bundesweiten Tagesdurchschnitt auf einen neuen Höchststand.
Demnach müssen für einen Liter Diesel laut ADAC nun 2,453 Euro auf den Tisch gelegt werden. Damit liegt er 0,6 Cent über dem bisherigen Rekord vom April. Auch bei Super E10 setzte sich die Aufwärtsbewegung fort: Mit 2,314 Euro je Liter wurde bereits der fünfte Tagesrekord nacheinander erreicht.
Seit dem Ausbruch des Krieges zwischen dem Iran und den USA Ende Februar bewegen sich die Preise für Benzin und Diesel auf ungewöhnlich hohem Niveau. Zusätzlich verteuerten sich die Kraftstoffe seit Ende August erneut spürbar. Im Vergleich zum letzten Tag vor Kriegsbeginn kostet Diesel inzwischen rund 71 Cent mehr, während E10 um etwa 54 Cent zugelegt hat. Berücksichtigt man allerdings die Inflation, gab es in früheren Zeiten bereits höhere Kraftstoffpreise.
Der Rohölpreis gilt normalerweise als wichtigster Einflussfaktor für die Entwicklung an den Tankstellen. Daneben spielen jedoch auch die verfügbaren Transportwege und Raffineriekapazitäten eine Rolle. Diesel reagiert zudem meist empfindlicher auf Krisen als Benzin. Deshalb ist der Kraftstoff aktuell trotz der niedrigeren Besteuerung teurer als Benzin.
Je nach Region, Anbieter und Tankstellenstandort können die Preise erheblich voneinander abweichen. Außerdem verändern sie sich im Tagesverlauf teils deutlich. Nach einem Preisanstieg zur Mittagszeit liegen die Kosten häufig mehr als 20 Cent über dem vorherigen Niveau. Am Nachmittag geben sie üblicherweise wieder rasch nach. Den niedrigsten Stand erreichen sie meist am späten Vormittag des Folgetages.
Zwei Gewinner: OMV und Shell
Die anhaltend hohen Benzin- und Dieselpreise sorgen natürlich bei Raffinerie- und Tankstellenbetreibern wie etwa den auch hierzulande stark aufgestellten Konzernen Shell und OMV für klingelnde Kassen. Die beiden Energieriesen sind zudem auch stark bei der Förderung von Öl und Gas aufgestellt. Dementsprechend zogen die Aktienkurse zuletzt immer weiter an und markierten kürzlich weitere Rekordhöchststände.
Die anhaltend hohen Öl- und Gaspreise spielen OMV und Shell weiterhin vollauf in die Karten. Bei beiden Energieriesen dürfte die Kasse weiter kräftig klingeln. Die Kurse entwickelten sich zuletzt relativ gut, dennoch sind die Dividendenperlen mit 2027er-KGVs von 9 immer noch sehr günstig bewertet. Zudem können sich die Charts gerade nach den kleinen, charttechnisch gesunden Rücksetzern absolut sehen lassen. Die Stoppkurse können vorerst noch bei 53,00 (OMV) beziehungsweise 31,00 Euro (Shell) belassen werden.
Heute, 09:28
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