US-Präsident Donald Trump hat erneut ein Abkommen mit dem Iran zur Beendigung des Krieges angekündigt. "Wir haben gerade eine großartige Einigung im Krieg mit dem Iran erzielt", sagte Trump im Weißen Haus. Die Unterlagen sollten demnach in Kürze fertiggestellt und möglicherweise bereits am Wochenende in Europa unterzeichnet werden.
Kurzfassung:
• Donald Trump behauptet, eine Einigung mit dem Iran stehe kurz bevor, während Teheran dies umgehend zurückweist.
• Das angebliche Rahmenabkommen soll unter anderem die Öffnung der Straße von Hormus und ein Ende der US-Seeblockade iranischer Häfen umfassen.
• Trotz neuer Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung bleibt die Lage angespannt, da die Verhandlungen seit Monaten immer wieder ins Stocken geraten.
Aus Teheran kam allerdings sofort wieder Widerspruch. Die iranische Nachrichtenagentur Fars, die den Revolutionsgarden nahesteht, berichtete unter Berufung auf eine Quelle aus dem Umfeld des Verhandlungsteams, bislang sei kein Text finalisiert worden. Hochrangige iranische Politiker äußerten sich zunächst nicht zu Trumps Aussagen.
Trump hatte bereits mehrfach erklärt, eine Einigung mit dem Iran stehe kurz bevor. CNN zählte demnach 39 entsprechende Aussagen. Tatsächlich gerieten die Gespräche danach jedoch immer wieder ins Stocken. Auf Nachfrage von Reportern sagte Trump diesmal, nach seinem Verständnis habe Irans Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei einem Rahmenabkommen bereits zugestimmt. Dieses sehe unter anderem eine sofortige Öffnung der Straße von Hormus sowie ein Ende der US-Seeblockade iranischer Häfen vor.
Gleichzeitig stellte Trump klar, dass die US-Seeblockade gegen iranische Schiffe und Häfen bis zum endgültigen Abschluss einer Vereinbarung bestehen bleiben werde. Die USA hatten diese Maßnahme als Reaktion auf die faktische Blockade der Straße von Hormus durch den Iran verhängt.
Wenige Stunden zuvor hatte Trump noch neue Angriffe auf den Iran angekündigt, diese dann jedoch wieder abgesagt. Auf Truth Social hatte er gedroht, das US-Militär werde das Land "sehr hart" treffen und in absehbarer Zeit die strategisch wichtige Insel Charg einnehmen. Zudem kündigte er an, die USA würden die "vollständige Kontrolle" über Irans Öl- und Gasmärkte erlangen.
Dass er die Angriffe stoppte, begründete Trump mit Gesprächen auf höchster Ebene der iranischen Führung. Nach seinen Angaben seien die Details von allen beteiligten Seiten gebilligt worden – darunter die USA, Israel, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, die Türkei, Pakistan, Bahrain, Kuwait, Jordanien, Ägypten und weitere Staaten. Konkrete Einzelheiten nannte Trump nicht.
Mit den Ölpreisen ging es nach Trumps jüngsten Aussagen wieder bergab. Doch inwieweit man ihm nach all den Ankündigungen angeblicher Abkommen nun noch trauen kann, ist natürlich vollkommen unklar. Fakt ist jedenfalls, dass es durch die Blockade der Straße von Hormus am Ölmarkt Tag für Tag ein Angebotsdefizit gibt. Die Reserven schwinden allmählich weiter. Für Energiekonzerne, die nicht im Nahen Osten aktiv sind, wie etwa Repsol, bleibt das Marktumfeld dementsprechend gut. Die günstig bewertete Dividendenperle bleibt nach wie vor attraktiv (Stopp: 16,00 Euro).
Heute, 06:59