Die Nervosität an den Märkten bleibt hoch und Öl und Gas bleiben teuer. Denn trotz vorsichtiger Signale der USA in Richtung einer diplomatischen Lösung eskaliert die Lage im Nahen Osten weiter. Donald Trump zeigt sich zwar weiterhin zuversichtlich, dass ein Abkommen zur Beendigung der Kampfhandlungen möglich ist, doch militärisch gibt es keine Entspannung.
In der Nacht musste Israels Luftabwehr erneut mehrere Raketen abfangen. Parallel dazu berichteten auch Saudi-Arabien und Bahrain von neuen Angriffen durch Drohnen und Raketen. Israel setzt seinerseits die militärischen Operationen im Iran sowie im Libanon fort, wie Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bekräftigte.
Zuvor hatte Trump geplante Angriffe auf iranische Energieanlagen überraschend ausgesetzt. Dies begründete er mit „sehr guten und produktiven Gesprächen über eine vollständige und endgültige Beilegung unserer Feindseligkeiten“. Ursprünglich hatte er Teheran eine klare Frist gesetzt: Sollte die Straße von Hormus nicht geöffnet werden, drohten massive Angriffe auf iranische Kraftwerke. Stattdessen will Washington nun vorerst zurückhaltend agieren und weitere fünf Tage auf militärische Maßnahmen gegen Energieinfrastruktur verzichten. Trump kündigte zudem an, dass ein direktes Gespräch mit der iranischen Führung geplant sei, möglicherweise bereits zu Beginn der Woche. Offizielle Bestätigungen aus Teheran dazu blieben jedoch aus.
Gleichzeitig widerspricht die iranische Führung Berichten über laufende Verhandlungen. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf wies entsprechende Meldungen entschieden zurück und sprach von gezielten Falschinformationen, die dazu dienten, die Märkte zu beeinflussen. Dennoch berichten mehrere Medien von intensiven diplomatischen Aktivitäten hinter den Kulissen. Demnach sollen unter anderem Ägypten, Pakistan und die Türkei als Vermittler fungieren und versuchen, ein direktes Gespräch zwischen Vertretern beider Seiten zu organisieren.
Im Raum steht auch ein mögliches Treffen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Dort könnten iranische Regierungsvertreter auf US-Unterhändler wie Sondergesandten Steve Witkoff sowie hochrangige politische Vertreter aus dem Umfeld Trumps treffen. Ein solches Treffen könnte kurzfristig stattfinden, sofern die diplomatischen Bemühungen erfolgreich verlaufen.
Auch aus anderen Quellen gibt es Hinweise auf indirekte Kontakte zwischen den Konfliktparteien. Demnach haben arabische Staaten getrennt Gespräche mit Washington und Teheran geführt. Dabei habe der Iran offenbar weitreichende Bedingungen für ein Ende der Kämpfe formuliert. Israel war laut Berichten über diese indirekten Kontakte informiert, zeigte sich jedoch überrascht über die Dynamik der Entwicklungen.
Israels Ministerpräsident Netanjahu sieht dennoch eine Chance auf eine politische Lösung. Trump sei überzeugt, dass sich die militärischen Erfolge nutzen ließen, um die Kriegsziele auch vertraglich abzusichern. Demnach könnten zentrale Interessen Israels in einem möglichen Abkommen gewahrt werden. Trump selbst sprach davon, dass man sich mit dem Iran bereits in zahlreichen Punkten angenähert habe.
Ein zentraler Streitpunkt bleibt das iranische Atomprogramm. Der US-Präsident betonte erneut, dass der Iran künftig keine Atomwaffen besitzen werde. Teheran weist entsprechende Vorwürfe weiterhin zurück. Laut Trump streben beide Seiten grundsätzlich eine Einigung an – auch wenn der Weg dorthin weiterhin von militärischer Eskalation und politischer Unsicherheit geprägt ist.
Eine rasche Beendigung des Konflikts zeichnet sich weiterhin nicht ab. Die Unsicherheit bleibt dementsprechend groß. Daher verharren die Öl- und Gaspreise auf einem sehr hohen Niveau und verleihen Energietiteln wie etwa Equinor nach wie vor Rückenwind. Die Dividendenperle bleibt attraktiv. Wer hier investiert ist, belässt den Stoppkurs bei 24,00 Euro.
Heute, 06:58