Die Ölpreise entwickeln sich weiterhin sehr volatil, verharren dabei aber auf dreistelligem Niveau. Für erhöhte Nervosität sorgten gestern die Bilder vom brennenden Öl- und Erdgasfeld Schah in Abu Dhabi nach einem iranischen Drohnenangriff. Das Vorkommen zählt zu den größten der Welt. Es gibt aber auch Meldungen, die den Ölpreis belasteten.
So hat etwa der Iran zwei unter indischer Flagge fahrenden LNG-Tanker unter Aufsicht der indischen Marine die Durchfahrt durch die Straße von Hormus erlaubt. Dies berichtete die Zeitung "The Times of India". Sollte dieses Beispiel Schule machen, dass Staaten wie China und Indien, die mit dem Iran gute Beziehungen pflegen, die Meerenge für Öl- und Gaslieferungen nutzen, würde das die aktuell angespannte Situation auf dem Weltmarkt zumindest etwas entspannen. Andererseits kommt das Mullah-Regime natürlich auf diese Art und Weise auf wichtige Einnahmen und kann seinerseits die Blockade für die restliche internationale Schifffahrt aufrechterhalten.
Dagegen würde Donald Trump bekanntlich gemeinschaftlich vorgehen. Er will, dass die NATO-Staaten den USA dabei helfen, die Straße von Hormus wieder für alle Schiffe nutzbar zu machen. Die Reaktion der Bündnispartner fiel bisher aber verständlicherweise ernüchternd aus. So erklärte Chefdiplomatin Kaja Kallas gestern Abend nach Beratungen der Außenminister der Mitgliedstaaten in Brüssel: "Niemand will sich aktiv in diesen Krieg hineinziehen lassen." Zudem betonte sie nochmals: "Das ist nicht unser Krieg."
Die Lage an der Straße von Hormus und damit auch am Öl- und Gasmarkt bleibt angespannt. Daher verharren die Ölpreise oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar, der europäische Gaspreis notiert weiter bei knapp 50 Euro. Dies bedeutet für gut aufgestellte Energiekonzerne wie Eni oder Equinor, die nicht im Nahen Osten aktiv sind, letztlich nichts anderes als eine Lizenz zum Gelddrucken. Die beiden immer noch relativ günstig bewerteten Dividendenperlen bleiben nach wie vor attraktiv. Die Stoppkurse können bei 15,50 Euro (Eni) beziehungsweise 21,00 Euro (Equinor) belassen werden.
17.03.2026, 07:02