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24.10.2017 Andreas Deutsch

König der Betrüger warnt: ICOs sind unfassbarer Betrug

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DAX

Jordan Belfort, der Wolf of Wall Street, meldet sich zu Wort: Die Anleger sollten um Himmels Willen die Finger von Krypto-Finanzierungsrunden lassen. Es drohe Schreckliches. Belfort muss es wissen, schließlich hat er etliche Gutgläubige um Millionen Dollar betrogen.

„Der Hype um die Initial Coin Offerings ist der größte Betrug aller Zeiten“, sagte Belfort im Interview mit der Financial Times. „Die Blase wird sehr vielen Leuten im Gesicht explodieren.“

Die ICOs erinnerten Belfort an die „blind pools“ der 70er- und 80er-Jahre. Damals warben Gesellschaften das Geld der Anleger ein, ohne Informationen über die Firmen preiszugeben. In vielen Fällen wurde das Geld aber überhaupt nicht reinvestiert. Es entstanden Millionenschäden.

„Womöglich haben 85 Prozent der ICO-Anbieter keine schlechten Absichten, aber wenn nur fünf oder zehn Prozent in betrügerischer Absicht unterwegs seien, drohe ein Desaster“, so Belfort.

Zuletzt hatte sich bereits Hans A. Bernecker kritisch über den Boom bei Kryptowährungen geäußert: „Kryptowährungen beziehungsweise Bitcoins sind für mich kein ernsthaftes Investment-Thema“, so Bernecker zum AKTIONÄR. „Hier zeigt sich aber, dass sich Währungen und Märkte nicht ungestraft aus politischen Gründen in Situationen pressen lassen, die den Bedingungen der realen Wirtschaft widersprechen.“

Für Bernecker könnte der Run auf Bitcoins ein tiefliegendes, nicht ungefährliches Problem als Ursache haben. „Wenn sogar Investment-Adressen wie Goldman Sachs öffentlich darüber nachdenken, ob sie in den Handel mit Bitcoins einsteigen, signalisiert dies eine Entgleisung der eigentlich seriösen Investment-Adressen aus der offensichtlich schwierigen Situation der Finanzmärkte.“

Auch Nobelpreisträger Robert Shiller sieht die Entwicklung skeptisch: „Viele Leute machen sich angesichts der Digitalisierung und des Vormarsches der Computer Sorgen, wo in der Welt ihr Platz in zehn, 20 oder 30 Jahren sein wird.“

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