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Kering: Gucci‑Krise verschärft sich – auch LVMH belastet

Kering: Gucci‑Krise verschärft sich – auch LVMH belastet
Foto: anzeletti/iStock
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Lukas Meyer Heute, 18:30 Lukas Meyer

Die Zahlen sind raus und die Reaktion ist eindeutig: Die Kering-Aktie rutscht nachbörslich um vier Prozent ab. Während Branchenprimus LVMH bereits am Vorabend mit schwachen Daten enttäuschte und den gesamten Sektor unter Druck setzte, verschärft sich die Lage beim Sorgenkind Gucci weiter. Anleger blicken nun gespannt auf den Kapitalmarkttag am Donnerstag – die Erwartungen an das Management könnten nach den jüngsten Hiobsbotschaften kaum höher sein.

Kering bestätigte am Dienstagabend die anhaltende Schwäche seiner mit Abstand wichtigsten Marke. Gucci macht dem Konzern weiter Probleme und verbuchte im ersten Quartal einen Umsatzrückgang von 14 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro. Das ist noch schlechter, als Analysten im Vorfeld prognostiziert hatten.

Ein Hauptgrund für die Misere bleibt das Geschäft in der Region Asien-Pazifik und im Nahen Osten, wo geopolitische Spannungen die Verkaufszahlen erheblich belasten. Das trifft Kering zu einem kritischen Zeitpunkt: Unter dem neuen CEO Luca de Meo sollte eigentlich gerade jetzt ein Comeback der Kernmarke eingeleitet werden.

Luxus-Sektor unter Druck: LVMH als Vorbote

Der Abwärtstrend bei Kering ist kein isoliertes Phänomen, sondern spiegelt die allgemeine Abkühlung im Luxussegment wider. Wie DER AKTIONÄR bereits gestern berichtete, leidet auch Branchenprimus LVMH unter einer nachlassenden Dynamik und meldete für das erste Quartal einen Umsatzrückgang von sechs Prozent auf 19,1 Milliarden Euro.

Dass nun auch Kering die Erwartungen verfehlt, verdeutlicht die Branchenflaute. Gucci bleibt dabei die Achillesferse des Konzerns: Die Marke hat an Exklusivität eingebüßt, während die Neuausrichtung bisher nicht die erhoffte Wende bringt.

Fokus auf den 16. April

Die Hoffnung der Bullen ruht nun auf dem Kapitalmarkttag am Donnerstag in Florenz. Die kanadische Bank RBC hat die Einstufung für Kering zwar auf "Sector Perform" belassen, weist aber darauf hin, dass der Konzern angesichts der enormen Umbrüche nun konkrete Ergebnisse liefern muss.

Analyst Piral Dadhania erwartet, dass das Management die Voraussetzungen für eine mehrjährige Erholung beleuchtet. Ohne eine überzeugende Strategie, wie Gucci wieder für die zahlungskräftige Klientel attraktiv wird, dürfte das Kursziel von 340 Euro (aktueller Kurs 270 Euro) jedoch nur schwer zu verteidigen sein.

Kering (WKN: 851223)

Technische Erholung vorerst gestoppt

Technisch ist der heutige nachbörsliche Rücksetzer ein herber Dämpfer. Die Aktie droht die zaghaften Erholungsversuche der letzten Tage komplett auszuradieren. Das Marktsentiment für französische Luxuswerte ist nach den Enttäuschungen von LVMH und Kering auf einem neuen Tiefpunkt angekommen.

Die Zahlen von Kering sind eine herbe Enttäuschung. Der gesamte Luxus-Sektor steht unter Druck. Wie schon bei LVMH zeigt sich, dass die Bäume im Sektor vorerst nicht mehr in den Himmel wachsen. Aktuell drängt sich ein Einstieg nicht auf.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Kering, LVMH.

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