21.08.2012 Michael Herrmann

Kabel-Deutschland-Aktie: Massives Abwärtspotenzial

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DAX

Die Aktie von Kabel Deutschland befindet sich in einem beeindruckenden Höhenflug. Doch nicht nur bei den Anlegern, sondern auch bei den Analysten kommt die Aktie im Allgemeinen gut an. Die Privatbank Berenberg lässt sich davon nicht beeindrucken und hält den größten deutschen Kabelnetzbetreiber für deutlich überbewertet.

Seit dem Börsengang im Frühjahr 2010 kennt die Aktie von Kabel Deutschland im Grunde nur eine Richtung: Nach oben. Das liegt auch an zahlreichen positiven Analystenkommentaren. Insgesamt empfehlen 14 Analysten die Aktie zum "Kauf". Nur neun stufen sie auf "Halten" ein und sogar nur vier raten zum "Verkauf". Einer der Skeptiker ist Stuart Gordon von der Privatbank Berenberg. Der Experte gibt ein Kursziel von 38 Euro aus. Auf aktuellem Niveau wäre Kabel Deutschland damit um rund 30 Prozent überbewertet.

Telekom wird konkurrenzfähiger

Hintergrund für die aktualisierte Einschätzung ist der Abschluss zweier neuer Kooperationen der Deutschen Telekom. Die Zusammenarbeit mit dem Kabelnetzanbieter Antec sowie der Vertrieb von VDSL-Diensten durch United Internet seien positiv für die Telekom. Verglichen mit den bisher angebotenen DSL-Diensten, könne VDSL mit den Leistungen von Kabelnetzanbietern wie Kabel Deutschland besser Schritt halten.

Erhöhte Korrekturgefahr

DER AKTIONÄR hat bereits mehrfach erwähnt, dass Kabel Deutschland reif für eine kräftige Korrektur ist. Diese Einschätzung gilt unverändert. Auch das blendende Chartbild ändert daran nichts. Anleger setzen darauf weiter mit dem Turbo-Put mit der WKN TB3 AR2. Neben der neuen Konkurrenz durch die Telekom, dürften auch der zu scheitern drohende Kauf von Tele Columbus sowie die Ende des Jahres auslaufenden Einspeisegebühren der öffentlich-rechtlichen Sender für Gegenwind sorgen. Das Kursziel lautet nach wie vor 36,50 Euro.

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