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IREN-Aktie: Neun Prozent Zins für Nvidia-Chips

IREN-Aktie: Neun Prozent Zins für Nvidia-Chips
Foto: BÖRSE ONLINE/ChatGPT (KI-generiert)
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Ingo Nix 31.08.2026, 08:25 Ingo Nix
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Blue Owl führt eine Finanzierung über 2,4 Milliarden Dollar an, damit IREN Nvidia-Systeme kaufen kann; die Pacific Investment Management Company ist als Berater bestimmter Investoren beteiligt. Besichert ist der Kredit mit den Geräten selbst. Der Preis dieser Sicherheit verrät mehr über den KI-Ausbau als jede Absichtserklärung.

IREN, bis Ende 2024 Iris Energy, sitzt in Sydney und baut Rechenzentren dort, wo Strom billig und erneuerbar ist: Kanada, Texas, Australien. Verdient wurde bisher am Schürfen von Bitcoin; heute rüstet das Unternehmen die Hallen auf Nvidia-Systeme um und vermietet Rechenzeit an KI-Kunden.

Das Geld kommt zweigeteilt: 1,2 Milliarden Dollar als vorrangig besichertes Term Loan – ein Kredit mit erstem Zugriff auf die Sicherheiten – und 1,2 Milliarden als besicherte Anleihen; gedeckt sind damit 90 Prozent der Gerätekosten. Sicherheit sind luftgekühlte Blackwell-Ultra-Systeme für Mackenzie im Norden von British Columbia, rund 180 Kilometer nördlich von Prince George – eine Holzarbeiterstadt, deren Reiz für IREN im billigen Wasserkraftstrom liegt. Der Zins liegt fest bei neun Prozent, die Laufzeit endet zweieinhalb Jahre nach Abruf.

Für die Microsoft-Anlagen zahlt IREN weniger: 3,6 Milliarden Dollar zu durchschnittlich sechs Prozent. Der Satz ist so niedrig, weil nicht IREN die Bonität stellt, sondern Microsoft als Mieter – hinter den Zahlungen steht ein Fünfjahresvertrag über 9,7 Milliarden Dollar mit Microsoft samt Vorauszahlung von 1,9 Milliarden Dollar, also 20 Prozent der Vertragssumme; zusammen mit der Finanzierung sind 96 Prozent der Chipkosten gedeckt. Bepreist wird also nicht der Chip, sondern Microsoft als Mieter.


IREN Ltd. (WKN: A3C7R6)

IREN: Die Schicht unter der Schicht

In Teil 4 der Serie über den Five-Layer Cake von Nvidia stand die These: Die Marge der Infrastrukturschicht stammt aus dem Standardbruch zur Flüssigkühlung, nicht aus Knappheit – und darunter liegt eine weitere Etage, die Finanzierung. Beides zeigt sich hier. Am 13. August nahm Microsoft Horizon 1 ab, den ersten von vier flüssiggekühlten 50-Megawatt-Blöcken in Childress, Texas; rechnerisch entfallen darauf rund 485 Millionen Dollar Jahresumsatzrate. Mackenzie dagegen entsteht luftgekühlt, in der alten Bauweise.

Die operative Basis ist dünn: 707 Millionen Dollar Umsatz, davon 129 Millionen aus dem KI-Geschäft nach 16,4 Millionen; vom Verlust sind 639 Millionen nicht zahlungswirksame Abschreibungen auf ausgemusterte Mining-Hardware. Die Entwicklungspipeline übersteigt bereits fünf Gigawatt.

IREN: Was gegen die Rechnung spricht

Ein Beschleuniger ist eine schrumpfende Sicherheit. Rubin, die Nachfolgearchitektur, ist seit Juni in Produktion, die ersten Partnersysteme kommen im zweiten Halbjahr – die Sicherheit für diesen Kredit veraltet also schon während der Laufzeit, und zwar schneller als das Gebäude, in dem sie steht. Die Jahresumsatzrate ist zudem eine Betriebskennzahl, keine Bilanzgröße. Fällt ein Mieter ohne erstklassige Bonität aus, steht das Gerät still, der Zins läuft weiter. Für das Geschäftsjahr 2027 plant IREN Investitionen von 25 bis 30 Milliarden Dollar, gesichert sind rund 14 Milliarden aus Kasse, Finanzierungszusagen und Vorauszahlungen.

IREN finanziert seinen Umbau vom Bitcoin-Schürfer zum Rechenzentrumsvermieter fast vollständig auf Kredit, besichert mit den Chips selbst. Das Modell trägt, solange die Anlagen nach rund zwei Jahren bezahlt sind und die Kredite zweieinhalb Jahre laufen; jeder Aufschlag und jede Verzögerung schmälert diesen Puffer. Ob die Rechnung aufgeht, lässt sich an zwei Terminen ablesen: der Übergabe von Horizon 3 und 4 im vierten Quartal und der Jahresumsatzrate zum 31. Dezember, die auf 4,00 Milliarden Dollar steigen soll.

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