US-Präsident Donald Trump hat am Wochenende den iranischen Revolutionsführer Ali Chamenei töten lassen und damit eine neue Eskalationsstufe im Nahost-Konflikt entfesselt. Während der Iran daraufhin gemeinsam mit der Hisbollah-Miliz Vergeltungsschläge gegen Israel und US-Militärstützpunkte verübte, spielt ausgerechnet Putin den Moralapostel. Die Börse reagiert indes mit heftigen Ausschlägen.
Der 28. Februar 2026 beendet die Ära von Ali Chamenei. In den frühen Morgenstunden dringen israelische F-35-Jets in den iranischen Luftraum ein. Mehrere präzise geführte Schläge treffen das schwer gesicherte Gelände des Obersten Führers in Teheran. Chamenei stirbt bei dem Angriff, ebenso mehrere Angehörige und ranghohe Kommandeure der Revolutionsgarden, die sich nach iranischen Angaben auf dem Areal befanden.
Israel bezeichnet den Einsatz als „Roar of the Lion“. Details zum Ablauf bleiben offiziell knapp, doch die politische Botschaft ist eindeutig. Trump bestätigt indes den Tod Chameneis.
Am 1. März bestätigt Teheran den Tod des Staats- und Religionsführers offiziell. 40 Tage Staatstrauer werden ausgerufen. Gleichzeitig beginnt die Mobilisierung. Regierung und Revolutionsgarden sprechen von Vergeltung als staatlicher Pflicht.
Die Reaktion setzt unmittelbar ein. Raketen und Drohnen werden auf israelisches Gebiet abgefeuert. Die Hisbollah beteiligt sich aus dem Libanon. In Tel Aviv und Haifa heulen die Sirenen, Abfangsysteme sind im Dauereinsatz.
Auch im Golf weitet sich der Konflikt aus. US-Einrichtungen werden attackiert, Berichte über Angriffe auf Stützpunkte und Schiffe verdichten sich. Ein Tanker nahe der Straße von Hormus sinkt.
Im Irak meldet die Miliz Saraja Aulija al-Dam einen Drohnenangriff auf einen US-Stützpunkt nahe Bagdad. Die Begründung lautet Vergeltung für den getöteten Führer. Eine unabhängige Bestätigung liegt zunächst nicht vor.
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Israel setzt die Luftschläge auf iranische Ziele fort. Teheran meldet 165 Tote nach einem Angriff auf eine Mädchenschule in Minab im Süden des Landes. Israel weist den Vorwurf zurück und erklärt, man habe gezielt militärische Akteure getroffen. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist nicht möglich.
Die Führung in Teheran wirkt geschwächt, doch die staatlichen Strukturen funktionieren weiter. Revolutionsgarden und politische Führung signalisieren Handlungsfähigkeit. Die Eskalation setzt sich fort. Öffentliche Anzeichen für Deeskalation gibt es auf keiner Seite.
Putin mit Moralpredigt
Wie Hohn wirkt es zudem, dass ausgerechnet Putin, der seit Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt, die Tötung des iranischen Religionsführers Ali Chamenei als einen „zynischen Verstoß gegen alle Normen der menschlichen Moral und des Völkerrechts“ kritisiert.
Öl und Gold: Klassische Kriegsprofiteure starten durch
Durch den Krieg im Iran kommt es zu deutlichen Ausschlägen an den Rohstoffmärkten. Der Ölpreis zog im Zuge der Eskalation und der drohenden Blockade der Straße von Hormus deutlich an, am Montagmorgen kostet ein Barrel Brent rund fünf Prozent mehr als am vergangenen Freitag. Davon dürften die Ölaktien wie Chevron, ExxonMobil und ConocoPhillips profitieren. Zeitgleich springt Gold um 2,2 Prozent auf 5.364 Dollar und auch Silber steigt leicht um 0,7 Prozent auf 93,98 Dollar.
Mit iranischen Raketen‑ und Drohnenangriffen auf US‑Stützpunkte, israelische Militärziele und Infrastruktur in den Golfstaaten ist zudem klar: Die Nachfrage nach Luftabwehr, Raketenabwehrsystemen, Drohnen und Munition dürfte weiter steigen. Bereits seit der ersten Eskalationswelle zwischen Israel und Iran hatten Rüstungsaktien in den USA und Europa überdurchschnittlich performt; die jüngste Zuspitzung wirkt wie ein zusätzlicher Turbo. Heute dürften daher Elbit Systems, Lockheed Martin und Rheinmetall im Fokus der Anleger stehen.
Tech, Zykliker, Airlines: Die großen Verlierer der Iran-Eskalation
Während Energie, Gold und Defense zulegen, gerät der breite Aktienmarkt unter Druck. Globale Indizes reagieren mit einer klassischen Risk‑off‑Bewegung: Wachstums‑ und Techwerte, zyklische Industrien sowie konsumabhängige Titel verlieren überdurchschnittlich. Zudem stehen Airline-Aktien und Tourismuswerte massiv unter Druck, da Zehntausende Reisende in der Region festsitzen und Anspruch auf Entschädigungen oder Rückerstattungen haben. Für die Lufthansa zeichnet sich daher ein schwacher Handelsstart ab. Wie sich die Kranich-Airline im Duell mit Ryanair schlägt, erfahren Sie hier.
Die Volatilität an der Börse bleibt hoch. Der DAX dürfte zum Wochenstart mit einem satten Minus auf 24.912 Punkte und damit klar unter der wichtigen 25.000-Punkte-Marke in den Handel starten. DER AKTIONÄR bleibt am Ball und wird fortlaufend über die Entwicklungen des Tages berichten.
Heute, 06:45