Infineon: Neuer KI-Deal mit Nvidia – das steckt dahinter

Infineon: Neuer KI-Deal mit Nvidia – das steckt dahinter
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Infineon Technologies AG - %
Michael Schröder Heute, 14:45 ‧ Michael Schröder
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Infineon verkündet anlässlich der NVIDIA-Entwicklerkonferenz GTC Berlin den Ausbau seiner Zusammenarbeit mit NVIDIA bei 800-Volt-Gleichstromarchitekturen (800 VDC) für KI-Rechenzentren. Die Ankündigung knüpft an die gemeinsame Arbeit beider Unternehmen an, die im Mai 2025 begann und im Oktober 2025 weiter konkretisiert wurde. DER AKTIONÄR kennt die Details.

„KI verändert die Anforderungen an die Energieinfrastruktur grundlegend. Halbleiter sind der Schlüssel, um diese Herausforderung zu lösen“, sagt Infineon-Vorstand Jochen Hanebeck. „Unsere Zusammenarbeit mit NVIDIA zu 800-Volt-Architekturen zeigt, was möglich ist, wenn fundiertes Halbleiterwissen auf das Innovationstempo von künstlicher Intelligenz trifft. Systemlösungen auf Galliumnitrid-Basis sind ein wichtiger Wegbereiter für diese nächste Generation von Rechenzentren. Wir sind stolz darauf, die KI-Ära vom Stromnetz bis zum Prozessorkern mit Energie zu versorgen.“

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht der Hochvolt-Spannungsumrichter (Intermediate Bus Converter, IBC). Er ist eine der kritischsten und anspruchsvollsten Wandlungsstufen in der Energieversorgungskette von KI-Rechenzentren. Die Galliumnitrid (GaN)-Technologie von Infineon etabliert sich dabei als besonders geeignete Technologie für diese Stufe. Das Halbleitermaterial Galliumnitrid ist für die Anwendung des Intermediate Bus Converters besonders geeignet. Im Vergleich zu Silizium schalten GaN-Leistungsbauteile deutlich schneller und mit geringeren Verlusten.

Weniger Stromverlust
Der wirtschaftliche Hintergrund: Moderne KI-Rechenzentren benötigen enorm viel Leistung. Eine effizientere Stromverteilung kann Umwandlungsverluste, Platzbedarf und Kühlaufwand reduzieren – also helfen, Geld zu sparen. 

Angesichts des extremen Energiebedarfs von KI-Workloads setzen Rechenzentren auf Zwischenkreisarchitekturen, in denen ein IBC die hohe Eingangsspannung von 800 Volt auf eine niedrigere Spannungsebene für die Beschleunigerkarte reduziert. Nachgelagerte Stufen können so effizient die präzisen Kern- und Point-of-Load-Spannungen erzeugen, die KI-Prozessoren benötigen. Dieser mehrstufige Ansatz verringert die Verluste bei der Stromumwandlung und muss zugleich strenge Vorgaben an Platzbedarf, Wärmegrenzen und Verfügbarkeit erfüllen. Mit dem Ausbau der KI-Infrastruktur wird 800 VDC zukünftig als zusätzliche Stromversorgungslösung neben bestehenden Wechselstromarchitekturen für Rechensysteme mit höherer Leistungsdichte eingeführt.

Infineon unter Strom

Mehr Power
Die Nachfrage ist enorm. Lag der Umsatz mit dedizierten KI-Power-Lösungen bei Infineon im Jahr 2024 noch bei rund 250 Millionen Euro, peilt der Konzern für das laufende Geschäftsjahr rund 1,6 Milliarden Euro an. Dazu kommen jährlich rund 500 Millionen Euro Umsatz mit klassischen Rechenzentrumsanwendungen. „Zusätzliche Visibilität schaffen mehrjährige Kapazitätsreservierungsvereinbarungen, die mit mehr als zehn Hyperscalern, KI-Prozessorherstellern und Hardwareanbietern abgeschlossen wurden oder derzeit verhandelt werden“, ergänzt Dirk Schlamp von der DZ Bank. „Das kumulierte Umsatzvolumen liegt im hohen einstelligen Milliarden-Euro-Bereich. Die Vereinbarungen enthalten Volumenzusagen und teilweise Vorauszahlungen, jedoch keine festen Preise“, so der Analyst weiter.

Dynamisches Wachstum
Die bisherige Prognose von mehr als 2,5 Milliarden Euro KI-Umsatz im Geschäftsjahr 2026/27 soll am 13. November mit der Veröffentlichung der Zahlen für das am 30. September endende Geschäftsjahr 2025/26 modifiziert werden. Angesichts der zunehmenden Dynamik könnte sich der Umsatz mit KI-Leistungselektronik im kommenden Jahr auf 3,3 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Damit würden sich die gesamten Umsätze im KI-Rechenzentrumsgeschäft auf rund vier Milliarden Euro erhöhen. Zum Vergleich: Im gesamten Konzern wird ein Umsatz von knapp 20 Milliarden Euro angepeilt. Auch wenn Infineon kein reiner KI-Wert ist, entwickelt sich dieser Bereich zu einem wichtigen Wachstumstreiber. 

Infineon (WKN: 623100)

Es bleibt dabei: Die Infineon-Aktie ist eine durchaus attraktive Möglichkeit, mittel- und langfristig von der zyklischen Erholung des Halbleitermarkts und dem anhaltenden KI-Boom zu profitieren. Die Technologiepartnerschaft mit Nvidia spielt dabei weiterhin eine wichtige Rolle. Auch kurzfristig orientierte Anleger können nach dem jüngsten Rücksetzer bei Infineon wieder einsteigen. DER AKTIONÄR hat beide Aktien bereits in sein AKTIONÄR-Depot aufgenommen und wird an dieser Stelle daher weiter kontinuierlich über frische Details, Hintergründe und Ziele berichten. 

Hinweis auf Interessenkonflikte: Aktien von Infineon und Nvidia befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.

Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.

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