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16.01.2020 Michael Schröder

Infineon: Der (vor-) letzte Bär gibt auf

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Infineon Technologies

Lange Zeit zählte Andrew Gardiner zu den absoluten Bären bei Infineon. Doch jetzt hat der Barclays-Analyst die Seiten gewechselt – zumindest ein wenig. Er hat seine Einschätzung für die Aktie von "Underweight" auf "Equal Weight" hochgestuft und das Kursziel von 15,50 auf 21,00 Euro angehoben. Damit senkt nur noch ein Experte den Daumen für den heimischen Chipriesen.

Innerhalb des 2019 bereits stark gelaufenen europäischen Hardware-Technologiesektors dürfte es 2020 vor allem für die Halbleiterindustrie weiter aufwärts gehen, erklärt Gardiner in einer Branchenstudie. Für Infineon sei nun positiver gestimmt, da sich inzwischen auch die spätzyklischen Bereiche Automobil und Industrie, auf die das Unternehmen fokussiert sei, zunehmend erholten. Mit seinem neuen Kursziel liegt er zwar immer noch unter den aktuellen Notierungen. Dennoch kann man diese Ratingänderung als Fingerzeig werten.

In den ersten Tagen des noch jungen Jahres setzen bereits einige Analysten auf eine Belebung des Geschäfts – in der gesamten Branche und auch speziell bei Infineon. Das durchschnittliche Kursziel der Experten beträgt aktuell 21,70 Euro.

Aktuell empfehlen 17 Analysten die DAX-Aktie zum Kauf, 13 stehen dem Wert neutral gegenüber. Verkaufsempfehlungen gibt es nur noch eine: Alexander Peterc von der Societe Generale sieht die Aktie unverändert bei 16,50 Euro fair bewertet. Mal sehen, wann die Franzosen ihre Verkaufsempfehlung aufgeben.

Entscheidend für die weitere Entwicklung werden die Aussagen von Vorstand Reinhard Ploss bei der Vorlage der Q1-Zahlen Anfang Februar werden. Fällt der Ausblick nicht zu verhalten aus, könnte die Aktie ihre Aufwärtsbewegung fortsetzen. Detaillierte Schätzungen wird DER AKTIONÄR im Vorfeld noch veröffentlichen. Zudem steht noch die Genehmigung der Cypress-Übernahme durch die US-Behörden als potenzieller Impulsgeber im Raum.

Infineon Technologies (WKN: 623100)

Wird das April-Hoch bei 21,60 Euro nachhaltig überwunden, ist der Weg aus charttechnischer Sicht in Richtung Mehrjahreshochs aus dem Jahr 2018 geebnet. Bei aller Euphorie sollten Anleger auf dem Weg nach oben aber auch den einen oder anderen Rücksetzer einkalkulieren.