06.09.2018 Maximilian Völkl

Index-Karussell: Wirecard, Evotec, Medigene und Co - das sind die Gewinner und Verlierer

-%
Commerzbank

Am Mittwoch hat die Deutsche Börse nach Börsenschluss die Änderungen in den Indizes bekannt gegeben. Umgesetzt werden die Entscheidungen am 24. September 2018. Nach dem Aufstieg von Covestro im März kommt es dann auch zur zweiten Änderung im DAX in diesem Jahr.

Der Zahlungsabwickler Wirecard ersetzt wie erwartet das DAX-Gründungsmitglied Commerzbank. Künftig treten aber auch die neuen Index-Regeln in Kraft. Technologieaktien aus dem TecDAX können dann auch in MDAX oder SDAX gelistet werden, gleichzeitig finden DAX-Titel Zugang zum TecDAX. Aufgrund dieser Änderungen werden zudem der MDAX von 50 auf 60 und der SDAX von 50 auf 70 Werte aufgestockt.

Viele Veränderungen

13 der 30 TecDAX-Mitglieder finden dadurch Aufnahme in den MDAX, darunter Schwergewichte wie Qiagen, Siemens Healthineers oder United Internet, aber auch die Highflyer Evotec, Nemetschek, Sartorius und Bechtle. Da mit der Deutschen Telekom, SAP und Infineon im Gegenzug drei DAX-Werte in den TecDAX kommen, müssen hier SMA Solar, SLM Solutions und Medigene ihren Platz räumen.

Aufgrund der zahlreichen Neueinsteiger – neben den TecDAX-Werten steigt auch der Immobilienkonzern Alstria aus dem SDAX auf – verlieren im MDAX ebenfalls einige Altmitglieder ihren Platz. Jungheinrich, Leoni, Ströer, Ceconomy und Talanx steigen in den SDAX ab. Dort finden sich künftig auch die spannenden Börsenneulinge Shop Apoteke und Befesa wieder. Verdrängt werden dafür unter anderem Grammer und ElringKlinger. Eine Liste mit den Auf- und Absteigern in den Indizes können Sie hier downloaden (Overview).

Fonds müssen reagieren

Wichtig sind die Veränderungen vor allem für Fonds, die Indizes exakt nachbilden. Diese müssen entsprechend ihr Portfolio umschichten, was die Kurse beeinflussen kann. Durch die Neuregelungen und die Aufhebung der Trennung von „Tech“ und „Old Economy“ sollen die deutschen Tech-Werte zudem mehr Aufmerksamkeit von internationalen Investoren bekommen.

Buchtipp: Die Geschichte der Spekulationsblasen

Eigentlich sind wir alle ziemlich schlau. Nur das mit dem Geld klappt nicht so recht … und manchmal geht es sogar richtig schief. Doch warum nur? Mit „Die Geschichte der Spekulationsblasen“ macht sich John Kenneth Galbraith, einer der ganz großen Ökonomen des 20. Jahrhunderts, auf die Suche nach der Antwort. Und er sucht an den richtigen Stellen – den Finanz­katas­trophen der letzten vier Jahrhunderte: der Tulpenmanie des 17. Jahrhunderts, der Südseeblase im 18. Jahrhundert, den Hochrisiko-Anleihen im 20. Jahrhundert. Mit Geist und Witz erklärt Gal­braith die psychologischen Mechanismen hinter diesen Blasen … damit der Leser sie durchschaut und sich dagegen wappnen kann. Dieses Meisterwerk zum Thema Finanzpsychologie war vergriffen und wird nun im Börsenbuchverlag wieder aufgelegt.

Autoren: Galbraith, John Kenneth
Seitenanzahl: 128
Erscheinungstermin: 19.03.2020
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-677-6