20.10.2015 Maximilian Steppan

IBM: Big Blue kappt Gewinnprognose - antizyklisch einsteigen?

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Der US-Computerkonzern IBM kämpft weiter mit schwindendem Umsatz und revidiert seine Gewinnprognose. Im dritten Quartal sanken die Erlöse um 14 Prozent verglichen mit dem Vorjahreswert auf 19,3 Milliarden US-Dollar (17,0 Milliarden Euro). Es war das vierzehnte Vierteljahr mit einem Minus in Folge.

Ein großer Teil der Umsatzschwäche lasse sich durch die Dollar-Stärke erklären, die das globale Geschäft von IBM belaste, kommentierte Experte Mark Vickery vom Analysehaus Zacks Investment Research. Allerdings gingen die Erlöse zuletzt auch in Nordamerika zurück.

Gewinnprognose gekappt

Der operative Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft ging um 14 Prozent auf 3,0 Milliarden Dollar zurück. Unter dem Strich konnte IBM den Überschuss zwar von 18 Millionen Dollar auf 2,95 Milliarden Dollar steigern. Allerdings ergab sich durch die Veräußerung der verlustreichen Chipsparte im Vorjahr ein hoher Sonderaufwand, so dass die Zahlen nicht vergleichbar sind. Der Konzern senkte die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr und stellt nun pro Anteilschein zwischen 14,75 und 15,75 Dollar in Aussicht. Zuvor waren es zwischen 15,75 und 16,50 Dollar gewesen. Anleger reagierten enttäuscht, die Aktie fiel nachbörslich zunächst um über vier Prozent.

"Im dritten Quartal haben wir erneut Fortschritte beim Wandel gemacht", kommentierte Vorstandschefin Ginni Rometty die Zahlen. IBM tut sich schwer mit der Entwicklung vom klassischen Computer-Geschäft zum modernen Anbieter von Cloud-Services. Zwar kommt IBM im Cloud-Geschäft voran, bei dem Daten, Dienste und Infrastruktur ins Internet ausgelagert werden. Hier gab es im dritten Quartal ein Umsatzplus von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch das reichte bei weitem nicht, um die Einbußen in diversen anderen Geschäftsfeldern zu kompensieren.

Abwarten

Im nachbörslichen US-Handel ist die IBM-Aktie bis auf 141,95 Dollar abgerutscht und damit dem 5-Jahrestief von 138,40 Dollar gefährlich nahe gekommen. Mit dem Unterschreiten dieser Marke würde ein Verkaufssignal generiert werden. IBM ist sicherlich ein Qualitätsunternehmen und der eingeschlagene Weg zur Cloud ist richtig, wie SAP zeigt. Doch Anleger sollten bei IBM noch abwarten, bis sich erste Erfolge auch im Zahlenwerk niederschlagen.

(Mit Material von dpa-AFX)