Die Comebacks nach Corona
03.12.2020 Michael Schröder

Heiße Turnaround-Story: Delticom startet wieder durch

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Delticom

Delticom befindet sich im Umbruch. Die Gesellschaft will sich in Zukunft wieder auf das profitablere Kerngeschäft mit Reifen und Kompletträdern fokussieren. Aktivitäten wie das Geschäft mit Autoersatzteilen und Schmierstoffen oder der Ausflug in die Welt des Online-Lebensmittelhandels wurden eingestellt. Die jüngsten Zahlen zeigen: Die Restrukturierung trägt Früchte und läuft besser als gedacht.

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Der Umstrukturierungsprozess nimmt Formen an und läuft deutlich besser als bisher gedacht. Dem Vernehmen nach wurde vor allem im Bereich Marketing und der Lagerlogistik an der Kostenschraube gedreht. Aufgrund der erfolgreichen Umsetzung des Konzepts zur Steigerung der Profitabilität und Fokussierung auf das Kerngeschäft mit Reifen und Kompletträdern und der Marke ReifenDirekt (O-Ton Delticom: „Erfolgreiches Turnaround-Management“) wurde die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr erneut angehoben.

Für das EBITDA im Gesamtjahr wird nunmehr eine Spanne zwischen 14 Millionen und 17 Millionen Euro als erzielbar angesehen. Anfang des Jahres war der Vorstand hier noch von einer bis fünf Millionen Euro ausgegangen, ehe die Prognose im August mit den Halbjahreszahlen auf fünf Millionen bis acht Millionen Euro erhöht wurde.

Besonders interessant: Der Vorstand peilt nun auch auf Gesamtjahressicht ein positives Konzernergebnis an – und will damit bereits ein Jahr früher als geplant schwarze Zahlen schreiben.

Beim Umsatzes wird unverändert eine Erreichung des unteren Endes des Prognosekorridors von 550 Millionen bis 570 Millionen Euro (Vorjahr: 626 Millionen Euro) erwartet.

Delticom (WKN: 514680)

Wer vor acht Jahren bei Delticom im Hoch bei 82 Euro auf die Aktie der Niedersachsen gesetzt hat, saß zwischenzeitlich auf Verlusten von über 95 Prozent. Aus einem Börsenwert von einer Milliarde wurden magere 35 Millionen Euro. Begleitet wurde die Talfahrt von deutlich sinkenden Margen.

Mittlerweile ist Gesellschaft auf einem guten Weg, das operative Tal der Tränen zu verlassen. 2012 stand bei Umsätzen von 464 Millionen Euro noch eine EBITDA-Marge von acht Prozent und ein Gewinn je Aktie von rund zwei Euro zu Buche. 2019 wurde bei Erlösen von 626 Millionen Euro ein Verlust von 3,27 Euro je Aktie verbucht. Im laufende Jahr könnten hier bei Erlösen in Höhe von 550 Millionen Euro wieder ein Gewinn von mehr als 0,25 Euro je Aktie zu Buche stehen.

Kann der Onlinehändler für Reifen und Kompletträder diesen Trend fortsetzen, dann dürfte sich Aktie weiter von den Tiefstständen lösen und Kurs auf die 7-Euro-Marke nehmen. Ein knackiger Wintereinbruch samt hoher Nachfrage nach entsprechenden Reifen könnte diese Bewegung zusätzlich befeuern.