Es wird bald spannend: Der Baustoffhersteller Heidelberg Materials legt am Donnerstag seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Der DAX-Konzern hat sich ambitionierte Ziele gesetzt: Bis 2030 soll der operative Gewinn (bereinigtes EBIT) jährlich um durchschnittlich sieben bis zehn Prozent wachsen.
Für 2026 stellt der Vorstand ein operatives Ergebnis von 3,4 bis 3,75 Milliarden Euro und damit mindestens das Vorjahresniveau in Aussicht. Treiber sollen vor allem höhere Preise und konsequente Kostensenkungen sein. Bis Ende des Jahres will Heidelberg Materials jährlich mindestens 500 Millionen Euro einsparen – unter anderem durch eine geringere Klinkerproduktion, effizientere Abläufe und einen Stellenabbau.
Der Start ins Jahr verlief aufgrund eines harten Winters in mehreren Ländern allerdings verhalten. Sinkende Absatzmengen konnten laut Vorstandschef Dominik von Achten teilweise durch höhere Verkaufspreise und niedrigere Kosten ausgeglichen werden. Seit Beginn des zweiten Quartals habe sich die Nachfrage in vielen Märkten jedoch spürbar erholt. Für die Kernmärkte erwartet das Unternehmen im weiteren Jahresverlauf eine anhaltende Stabilisierung.
Im Zuge der schwächeren Zementnachfrage in Europa und der stärkeren Ausrichtung auf CO₂-reduzierte Produkte hat Heidelberg Materials seine Produktion angepasst. So wird das Zementwerk in Paderborn dauerhaft geschlossen. Am Standort Skövde in Schweden konzentriert sich der Konzern ab 2027 auf die Zementherstellung, während die Klinkerproduktion weitgehend nach Slite auf Gotland verlagert wird. Gleichzeitig hält das Unternehmen an seiner Wachstumsstrategie durch Übernahmen fest.
Den vom Unternehmen zusammengestellten Analystenschätzungen zufolge dürfte der Umsatz im zweiten Quartal um gut zwei Prozent auf 5,8 Milliarden Euro steigen. Das bereinigte EBIT wird im Schnitt bei 1,06 Milliarden Euro erwartet und läge damit knapp ein Prozent über dem Vorjahreswert.
Für das Gesamtjahr prognostizieren Analysten einen Umsatz von 22,1 Milliarden Euro sowie einen operativen Gewinn von gut 3,5 Milliarden Euro – jeweils mehr als im Vorjahr.
Jon Bell von der Deutschen Bank rechnet mit einer Rückkehr zu organischem Umsatzwachstum. Währungseffekte dürften einen Teil der Zuwächse allerdings wieder schmälern. Während sich Osteuropa weiter robust entwickle, bleibe das Geschäft in Westeuropa, insbesondere in Großbritannien, verhalten. In Nordamerika seien die Preise stabil bis leicht steigend, die Absatzmengen dürften sich kaum verändern.
Auch Bernstein Research sieht Heidelberg Materials gut positioniert. Das Analystenteam um Pujarini Ghosh verweist auf erfolgreiche Preiserhöhungen und Chancen durch die geplanten Infrastrukturinvestitionen in Deutschland. Katherine Hearne von Barclays erwartet zwar nur eine geringe Erholung der Absatzmengen, geht aber weiterhin von einem stabilen Preisniveau aus
Nach einem sehr starken Lauf zwischen 2023 und 2026, bei dem AKTIONÄR-Leser von Anfang an dabei waren, steckt die Aktie von Heidelberg Materials immer noch in einer Korrekturphase fest. Der Chart ist etwas angeschlagen. Daher drängt sich vorerst kein Einstieg auf. Der DAX-Titel sollte aber auf der Watchlist belassen werden.
Enthält Material von dpa-AFX
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