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Handelskrieg: EU schmiedet Pläne für Gegenmaßnahmen im Zollstreit

Handelskrieg: EU schmiedet Pläne für Gegenmaßnahmen im Zollstreit
Foto: peterschreiber / iStock
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Jan-Paul Fóri 14.07.2025, 17:08 Jan-Paul Fóri

Donald Trump ist im Handelskrieg weiter auf Konfrontationskurs. Wie DER AKTIONÄR berichtete, hatte der US-Präsident am Wochenende angekündigt, dass ab dem 1. August einen Basiszoll von 30 Prozent auf Waren aus der EU fällig werden. An den Märkten sorgt dieser Schritt für neue Sorgen. Doch in Brüssel wappnen sich die Politiker für eine Gegenreaktion.

Die Reaktion aus Brüssel auf Trumps Ankündigung fiel drastisch aus. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic fand klare Worte: „Seien wir ehrlich: Ein Zollsatz von 30 Prozent käme einem faktischen Handelsverbot gleich.“ Mit solch drastischen Zöllen wäre es nahezu unmöglich, den Handel im Wert von zuletzt rund 1,7 Billionen Euro pro Jahr in der gewohnten Form fortzuführen. Die negativen Auswirkungen wären auf beiden Seiten des Atlantiks erheblich.

Obwohl sich die Spitzenpolitiker in Brüssel enttäuscht und zugleich alarmiert zeigten, treibt die EU die Vorbereitungen für massive Gegenmaßnahmen voran. Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur liegt eine Liste mit US-Produkten bereit, die mit Gegenzöllen belegt werden könnten. Betroffen davon wären US-Importe im Wert von rund 72 Milliarden Euro.

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Ökonomen uneins: Zwischen Hoffnung und blanker Angst

Die Ökonomen sind sich indes uneins, wie ernst die Lage wirklich ist.

- Die Optimisten: Thomas Gitzel von der VP Bank und Tobias Basse von der NordLB sehen in Trumps Brief vor allem eine Verhandlungstaktik, um den Druck zu erhöhen. Sie gehen davon aus, dass die Finanzmärkte weiterhin auf eine Einigung in letzter Minute setzen.

- Die Realisten: Vincent Stamer von der Commerzbank warnt hingegen, dass solche Zölle allein die deutsche Wirtschaft 0,7 Prozent des BIP kosten könnten. Simon Wells von HSBC erwartet eine      abgeschwächte Einigung bei rund zehn Prozent Zoll, hält die Drohungen der EU mit harten Vergeltungsmaßnahmen aber für wenig glaubwürdig.

- Die Pessimisten: Die Analysten der Barclays Bank malen unterdessen das düsterste Szenario. Sollten die 30-Prozent-Zölle kommen, rechnen sie mit massiven EU-Vergeltungsmaßnahmen, einer starken Konjunkturabschwächung und einer Leitzinssenkung der EZB auf 1,0 Prozent bis Anfang 2026.

DAX (WKN: 846900)

An der Börse zeigen sich die Anleger von den jüngsten Nachrichten im Zoll-Zoff verunsichert: Der DAX notiert kurz vor dem Handelsschluss rund 0,6 Prozent im Minus. Dabei kann sich das Börsenbarometer jedoch noch über der 24.000-Punkte-Marke behaupten. DER AKTIONÄR bleibt am Ball und wird zeitnah über etwaige Neuerungen im Handelsstreit berichten.

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