02.08.2019 Martin Mrowka

IAG mit guten Zahlen – Aktie besser als Lufthansa?

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Deutsche Lufthansa
Trendthema

Während sich das Konjunktur-Umfeld weiter eintrübt, kommen von den Fluggesellschaften recht anständige Geschäftszahlen. Nach Air France-KLM legte nun auch IAG gute Zahlen vor. Die Lufthansa-Aktie kann sich am Freitag dem starken Abwärtsdruck entziehen. Jedenfalls zeitweise.

Am Mittwoch hatte bereits die Airline Air France-KLM guten Zahlen vorgelegt. Nun gibt es auch ordentliche Quartalszahlenn von der British Airways-Mutter IAG. Dank einer höheren Nachfrage und trotz gestiegener Treibstoffkosten hat die britisch-niederländische Gesellschaft im zweiten Quartal mehr verdient als erwartet.

Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp sieben Prozent auf 960 Millionen Euro. Damit lag IAG deutlich über den Erwartungen der Analysten. Die Rivalinnen Lufthansa und Ryanair hatten hingegen deutliche Gewinneinbrüche hinnehmen müssen.

Unter dem Strich blieb für die International Airlines Group (IAG) ein Überschuss von 736 Millionen Euro und damit knapp ein Fünftel mehr als ein Jahr zuvor. Zum Konzern gehören neben British Airways auch die spanischen Airlines Iberia, Vueling und Level sowie die irische Aer Lingus.

Im zweiten Quartal steigerte IAG den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp zehn Prozent auf fast 6,8 Milliarden Euro und übertraf auch hier die Erwartungen. Trotz des harten Preiskampfs unter Fluggesellschaften in Europa konnten die IAG-Gesellschaften in Schnitt höhere Ticketpreise durchsetzen. Dennoch stieg die Zahl der Passagiere, und die Auslastung ihrer Maschinen verbesserte sich. Dies machte den Anstieg der Treibstoffkosten wett.

IAG-Chef Willie Walsh sieht das Unternehmen weiterhin auf Kurs. Er geht nach wie vor davon aus, in diesem Jahr einen bereinigten operativen Gewinn auf Vorjahresniveau zu erreichen. 2018 hatte IAG auf dieser Basis 3,2 Milliarden Euro verdient. Die IAG-Aktie kann sich dem schwachen Marktumfeld am Freitag entziehen und steigt um drei Prozent. Der steile Abwärtstrend seit Februar ist jedoch weiterhin intakt.

IAG (WKN: A1H6AJ)

Auch auf die Lufthansa-Aktie wirken sich die guten Zahlen der Konkurrenz positiv aus. Während der DAX am Freitag-Vormittag um über zwei Prozent absackt, hält sich die deutsche Fluggesellschaft mit einem Mini-Minus auf 14,48 Euro recht wacker.

Rein charttechnisch laufen sowohl IAG- wie auch Lufthansa in einem Abwärtstrend, wobei die Deutschen etwas besser aussehen. Die Lufthansa-Aktie versucht derzeit eine Bodenbildung bei 14 Euro. Noch bleibt die Zone aber wackelig.

Deutsche Lufthansa (WKN: 823212)

Das Marktumfeld bleibt für Airlines im allgemeinen und für die Lufthansa im speziellen weiterhin hart. Die aktuell extrem niedrige Bewertung mit einem KGV von 5 und einem niedrigen KBV von 0,7 lassen vermuten, dass sämtliche negative Entwicklungen bereits im Lufthansa-Kurs eingepreist sind. Die IAG kommt derzeit auf ein weniger attraktives KBV von 1,3. Beide Aktien sind angesichts der fundamental niedrigen Bewertung interessant. Allerdings brauchen Anleger schon eine Portion Mut. Und erste Engagements sollten auf jeden Fall mit einem engen Stopp abgesichert werden - bei der Lufthansa etwa bei knapp 13 Euro.

Mehr zu Lufthansa finden Sie auch in der neuen Ausgabe von DER AKTIONÄR ab Seite 30.

(Mit Material von dpa-AFX)

Hinweis: Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Lufthansa.