Der Automobilzulieferer Grammer hat nach einem auf Basis vorläufiger Zahlen schwachen dritten Quartal die Gewinnprognose für 2026 gekappt. Der Umsatzausblick bleibt stabil, doch höhere Anlaufkosten in Amerika und geopolitische Belastungen drücken auf die Marge. Die Aktie bricht daher zweistellig ein.
Im dritten Quartal stieg der Umsatz auf 473,4 Millionen Euro. Das bereinigte operative EBIT fiel dagegen auf 11,4 Millionen Euro nach 14,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Marge sank damit rechnerisch von rund 3,3 auf 2,4 Prozent.
Nach neun Monaten liegt Grammer beim operativen EBIT mit 53,2 Millionen Euro noch über dem Vorjahreswert von 49,9 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen nun mit rund 70 Millionen Euro statt der bislang angepeilten 80 Millionen Euro. Um das neue Jahresziel zu erreichen, braucht der Konzern im Schlussquartal weitere 16,8 Millionen Euro. Das wäre mehr als im dritten Quartal, aber weniger als das durchschnittliche Quartalsergebnis im ersten Halbjahr. Die Umsatzprognose bleibt dagegen bei 1,9 Milliarden Euro.
Zölle und Iran-Krieg belasten
Als Gründe nennt Grammer den Iran-Konflikt, Sonderzölle in den USA und Mexiko sowie höhere Anlaufkosten für neue Projekte in Amerika. Gerade bei neuen Produktionsprogrammen können zusätzliche Kosten die Profitabilität belasten, obwohl der Umsatz steigt.
Von einem Nachfrageeinbruch kann angesichts des Umsatzwachstums im dritten Quartal keine Rede sein. In den ersten neun Monaten kletterte der Erlös um 3,4 Prozent auf rund 1,43 Milliarden Euro.
Die Grammer-Aktie hatte vor der Veröffentlichung der vorläufigen Q3-Zahlen seit Jahresbeginn rund 115 Prozent gewonnen. Zuletzt hatte die Ergebnisverbesserung im ersten Halbjahr Hoffnung auf einen nachhaltigen Turnaround gemacht. Im zweiten Quartal hatte sich das operative EBIT gegenüber dem Vorjahreszeitraum nahezu verdoppelt. Die Prognosesenkung ist deshalb ein herber Rückschlag. Das neue Gewinnziel liegt 12,5 Prozent unter der bisherigen Vorgabe. An der Börse verliert die Grammer-Aktie zur Wochenmitte daher rund elf Prozent.
Die Rally bei Grammer ist endgültig Geschichte. Wie andere Automobilzulieferer auch, hat das Unternehmen mit vielen Problemen zu kämpfen. Anleger meiden die Aktie. Welche Nebenwerte dagegen jetzt ins Depot gehören, erfahren Sie im Börsendienst Real-Depot.
Heute, 14:16
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