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01.03.2021 Benedikt Kaufmann

Google: Millionen in den Sand gesetzt

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Alphabet

Cloud-Gaming sollte 2019 der große Hit werden. Für Google wurde der im November veröffentlichte Gaming-Dienst namens Stadia jedoch zum großen Flop. Nicht einmal zwei Jahre später hat Google die hauseigene Spieleabteilung rund um Stadia wieder geschlossen – und Millionen in den Sand gesetzt.

Ganz Google-untypisch startete die Game-Streaming-Plattform Stadia mit einem großen Marketing-Brimborium. Man versprach viel. Zum Start 2019 sah es jedoch anders aus: Die Spielebibliothek war klein, veraltet und die versprochenen Exklusiv-Inhalte fehlten. Zudem gab es massive technische Probleme.

Die Folge: Interne Ziele für den Verkauf des Controllers und die monatlich aktiven Nutzerzahlen sind laut Insidern um Längen verpasst worden. Zweistellige Millionensummen, die selbst Branchenkenner schockierten waren investiert worden, um aktuell Top-Titel wie Red Dead Redemption 2“ auf die Plattform zu bringen – umsonst.

Aufgrund des fehlenden Erfolges wurde Anfang Februar für eigene Stadia-Entwicklungen der Stecker gezogen. Man will sich künftig nur noch auf die Weiterentwicklung der Streaming-Technologie entwickeln – eigene Stadia-Spiele bleiben damit auch in Zukunft aus.

Ohne eigene Exklusiv-Entwicklungen hat Stadia wohl kaum eine Chance sich neben den Angeboten von Sony oder Microsoft zu etablieren. PS Now und xCloud sind gespickt mit Exklusivtiteln und bauen die neuen Diensten auf eine Nutzerbasis von mehreren Millionen Gamern auf.

Für Alphabet-Aktionäre verliert der Internet-Gigant mit dem Stadia-Flop wieder etwas an Zukunftsglanz. Doch mit autonomen Autos, smarten Geräten oder KI-Entwicklungen von DeepMind liefert Google noch immer genug Zukunftsfantasie.

Alphabet (WKN: A14Y6F)

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