Börsen-Achterbahn: So handeln clevere Anleger richtig
Foto: Börsenmedien AG
02.05.2019 DER AKTIONÄR

Google-Aktie Alphabet: Kaufen nach dem Kurseinbruch?

-%
DAX

Enttäuschende Zahlen und eine Milliarden-Strafe haben den Aktienkurs der Google-Mutter Alphabet am Wochenanfang auf Talfahrt geschickt. Bis zu 1.289,27 US-Dollar kostete eine A-Aktie auf dem Allzeithoch kurz vor Veröffentlichung der Quartalsergebnisse. Tags darauf gab es einen Anteil rund 100 Dollar günstiger. Chance zum Einstieg oder wankt der Internet-Gigant ernsthaft?

So reagieren die Analysten

Die ersten Reaktionen aus großen Finanzunternehmen sind eindeutig: Kaufen! JPMorgan hebt das Kursziel von 1.250 auf 1.310 US-Dollar an. Credit Suisse bleibt bei 1.400 Dollar. Und Goldman Sachs reduziert zwar auf 1.350 Dollar, belässt die Aktie aber auf der renommierten „Conviction Buy List“.

Besonders gewagt wirken die Prognosen der Experten nicht. Im Werbegeschäft dominiert Alphabet weiterhin mit der Suchmaschine Google. Auch wenn das Wachstum zuletzt etwas schwächer als erwartet ausfiel und die Konkurrenz zugenommen hat.

Für deutlich höhere Kursziele fehlen derzeit aber die Impulse.

Neue Ideen umsetzen

Zwar pumpt der Konzern weiter Hunderte Millionen Dollar in seine Wetten auf die Zukunft, darunter die Roboterautos von Waymo. Doch die blanken Zahlen wirken ernüchternd. Der operative Verlust im Bereich der potenziellen Umsatzbringer ist von 571 Millionen auf 868 Millionen Dollar gestiegen. Bis die Gewinne sprudeln, wird es wohl noch dauern.

Aussichtsreich ist auch der Cloud-Gaming-Dienst Stadia. Alphabet hatte im März den Einstieg ins Spiele-Streaming bekanntgegeben. Eine Idee mit viel Potenzial. Mehr aber auch noch nicht. Unter anderem fehlen bislang konkrete Inhalte. Jade Raymond, die sich in der Gaming-Szene als Produzentin von „Assasssin’s Creed“ einen Namen gemacht hat, soll künftig eigene Spiele für Stadia entwickeln. Auch hier muss erst mal kräftig investiert werden. Die Entwicklung eines Top-Titels kostet teilweise mehr als 100 Millionen Dollar.

Langfristig attraktiv

Alphabet-Aktien bleiben nicht zuletzt aufgrund des bislang unrealisierten Potenzials interessant – gerade in Schwächephasen. Kursdellen waren über einen längeren Zeitraum betrachtet stets Einstiegschancen. Die Anteile kosten derzeit noch immer deutlich mehr als zu Jahresbeginn.

Foto: Börsenmedien AG

Neben dem Chart stimmt auch die fundamentale Lage: Das Unternehmen wächst, verdient Geld, ist in aussichtsreichen Märkten tätig – und mit einem KGV von rund 26 nicht teuer. Wer bereits dabei ist, lässt die Gewinne laufen – DER AKTIONÄR empfiehlt einen Stopp bei 850 Euro.

Buchtipp: The Four

Cambridge Analytica, Datenleaks, Steuerflucht: Die Tech-Giganten Amazon, Apple, Facebook und Google – oder wie Marketing-Guru Scott Galloway sie nennt: die vier apokalyptischen Reiter – werden von Skandalen geplagt. Und doch sind sie mächtiger und erfolgreicher als je zuvor. Man kann sie weder ignorieren noch boykottieren. Sie haben mit ihren Geschäftsmodellen die Regeln des Wirtschaftslebens und die Voraussetzungen für Erfolg neu definiert. Scott Galloway führt vor, wie die Vier unsere grundlegenden emotionalen Bedürfnisse mit einer Schnelligkeit und in einem Ausmaß manipulieren, an die andere nicht herankommen. Und er zeigt, welche Lehren man aus ihrem Aufstieg für sein eigenes Unternehmen oder seinen eigenen Job ziehen kann. Ob man mit ihnen konkurrieren, mit ihnen Geschäfte machen oder einfach in der Welt leben will, die von ihnen beherrscht wird – man muss die Vier verstehen

Autoren: Galloway, Scott
Seitenanzahl: 320
Erscheinungstermin: 05.03.2020
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-682-0