30.11.2018 Markus Bußler

Gold und Silber: Die Rache der Dollar-Bullen

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Gold
Trendthema

Fed-Chef Powell hat den Dollar mit seiner Bemerkungen, die Zinsen seien nahe am neutralen Niveau auf Talfahrt geschickt. Doch die währte nur kurz. Pünktlich zum G20-Gipfel sind die Dollar-Bullen zurück. Und der steigende Dollar sorgt für Druck bei den Edelmetallen. Sowohl Gold als auch Silber knicken am Nachmittag ein.

Ein Blick auf die Terminmärkte verrät: Die großen Spekulanten, also vor allem die Hedge-Fonds, wetten mit rekordhohen Bestände an Longs auf eine Fortsetzung der Dollar-Rallye. Dagegen sind die Commercials, also vor allem die Banken, massiv short auf den Dollar. Dort herrscht also ein Kampf. Die Hedge Fonds wollen ihre Shortposition offensichtlich nicht kampflos preisgeben. Und die Unsicherheit rund um den G20 Gipfel sorgt wieder einmal in eine Flucht in den US-Dollar.

Auch Öl knickt ein

Gold und Silber leiden unter dieser Dollar-Stärke. Vor alle Silber. Hier macht sich aber auch die Schwäche der Industriemetalle und vor allem des Ölpreises bemerkbar. Der Ölpreis für die Sorte WTI rutschte am Nachmittag erneut unter die Marke von 50 Dollar. Das wird von manch einem als schlechtes Zeichen für die Konjunktur gewertet. Silber ist zur Hälfte Industriemetall und damit abhängig von der Industrienachfrage. Entsprechend ist der Druck größer als bei Gold.

Mit Blick auf Gold gilt im Prinzip das, was wir hier an dieser Stelle seit Wochen sagen: Solange die 1.240-Dollar-Marke nicht genommen wird (gefolgt von 1.267 Dollar), kann keine Entwarnung gegeben werden. Der Markt gibt den Bären nach wie vor die Chance auf ein tieferes Tief. Spekulative Longpositionen sind also nur sehr erfahrenen Tradern vorbehalten. Oder anders ausgedrückt: Es ist noch zu früh dafür.