04.11.2014 Markus Bußler

Gold: Es brodelt in den USA

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Gold
Trendthema

Normalerweise interessiert sich in den USA kaum jemand für die Schweiz. Skigebiete gibt es auch in den USA zuhauf. Und für warum sollte man sich sonst in den USA für die Schweiz interessieren? Nun, jetzt hat man offensichtlich einen Grund gefunden: die Schweizer Goldinitiative. Gleich mehrere US-Medien haben sich damit beschäftigt. Und lassen kein gutes Haar an diesem Vorhaben.

„Ein verrücktes Referendum in der Schweiz könnte den weltweiten Goldmarkt auf den Kopf stellen“, titelt ein Artikel des amerikanischen Wirtschaftsportals Business Insider laut der Schweizerischen Handelszeitung. «Es ist recht lustig, dass die Initiative eine Art ‹quantitative easing› für Gold mit sich bringen würde», schreibt Business Insider. Denn die Schweiz würde künftig de facto den Goldpreis gegen unten absichern müssen.

Wall Street Journal ebenfalls skeptisch

Die Schweizer Zeitung schreibt außerdem, dass sich bereits das Wall Street Journal zu der Goldinitiative zu Wort gemeldet hat. Der Einkaufsmechanismus bei der Nationalbank würde Gold zum Magneten für Spekulanten machen, heißt es im Blatt. Denn statt wie bisher den Euro würde die Nationalbank den Goldpreis stützen müssen. „Ein Geschenk an die Märkte“, befindet ein Société-Générale-Analyst im Artikel.

Natürlich hat die Goldinitiative der Schweiz ihre Schattenseiten. Doch wenn man bedenkt, dass es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Befürwortern und Gegner gibt, zeigt das auch, wie viele Menschen sich mittlerweile Gedanken um die ungedeckten Fiat-Währungen machen. Und das ist zunächst einmal positiv zu werten. Auch wenn man dem Referendum skeptisch gegenüber steht – eine derart einseitige Berichterstattung hat nichts mit objektivem Journalismus zu tun. Die Reporter täten gut daran, differenzierter vorzugehen. Aber vielleicht zeigt die Berichterstattung auch, wie sehr gerade die Amerikaner das Votum der Schweizer fürchten. Wieso sollten sie sich sonst plötzlich für die Schweiz interessieren?