09.01.2017 Markus Bußler

Gold: Die einzige Frage, die zählt!

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Gold
Trendthema

Der Goldpreis hat am Freitag deutlich korrigiert, macht sich aber im heutigen Handel auf, seinen Aufwärtstrend wieder aufzunehmen. Aktuell kämpft das Edelmetall mit der Marke von 1.180 Dollar, einer ehemals wichtigen Unterstützung. Für Anleger stellt sich eigentlich nur eine Frage, die wirklich Bedeutung für die kommenden Wochen und Monate hat.

Anleger sollten sich fragen: War der Anstieg zu Beginn des vergangenen Jahres der Beginn eines neuen Bullenmarktes und der Rücksetzer seit Jahresmitte nur eine notwendige und überfällig Korrektur des Anstiegs? Dann wäre die jetzige Aufwärtsbewegung erst der Beginn des wichtigen zweiten Standbeins für diesen neuen Bullenmarkt. Oder war der Anstieg 2016 nur eine Bärenmarktrallye, die Mitte des Jahres beendet war. Dann wäre die jetzige Rallye bei Gold nur eine Gegenbewegung im intakten Abwärtstrend.

Nun, natürlich hat die zweite These gute Argumente: Ein weiterhin steigender Dollar könnte auf den Edelmetallpreisen lasten. Die steigenden Anleiherenditen in den USA könnten ein Übriges dazu tun, Gold in den Augen der Anleger unattraktiv erscheinen zu lassen. Und charttechnisch hat sich die Lage in den vergangenen Tagen zwar aufgehellt. Doch vor allem Silber hinkt der Bewegung noch deutlich hinterher.

Minenaktien senden deutliches Zeichen

Allerdings glaube ich, die Bullen dürften die besseren Argumente auf ihrer Seite haben. Sicher: Die Anleiherenditen in den USA steigen. Doch gleichzeitig nimmt die Inflation Fahrt auf. Für das vierte Quartal betrug die Inflation in den USA bereits 1,7 Prozent. Und das erste Quartal 2017 dürfte eine dicke 2 vor dem Komma stehen haben. Dazu mag man zwar die Rallye bei Gold und Silber gerade noch als Bärenmarktrallye charttechnisch abtun können. Doch eine Rallye von mehr als 100 Prozent bei den Minenaktien wird man schwerlich als Bewegung im Bärenmarkt bezeichnen können. Und last but not least ist das Argument, der Dollar werde den Goldpreis weiter belasten auch nur schwach. In der Vergangenheit gab es oft genug Zeiträume, in denen sowohl Gold als auch der Dollar parallel gelaufen sind. Zuletzt konnte sich Gold bereits etwas von dem Druck des starken US-Dollars lösen.

Insgesamt stehen die Chancen für die Bullen alles andere als schlecht, dass Gold gerade am Beginn eines so wichtigen zweiten Standbeins eines neuen Bullenmarktes steht. Die COT-Daten sahen zuletzt deutlich verbessert aus. Trotz des Kursanstiegs bei Gold haben die großen Spekulanten weiterhin Long-Positionen abgebaut. Ein klarer Hinweise darauf, dass derzeit keiner der Aufwärtsbewegung wirklich traut. Und das wiederum war aus antizyklischer Sicht in der Vergangenheit meist ein sehr guter Einstiegszeitpunkt.

Wo kommt das Geld eigentlich her?

Spekulationsblase am Neuen Markt, Bankenkrise 2008 und griechische Schuldenkrise – lauter Themen, die die Finanzmärkte bewegten und bewegen. Doch wer einen Schritt zurücktritt und das große Bild sieht, bemerkt: So neu ist das alles gar nicht! Die Geschichte gibt wertvolle Hinweise zum Verständnis der Gegenwart.

Dass sich Geschichte wiederholt, zeigen die beiden Autoren anhand vieler Geschichten des Geldes. Infl ation, Deflation, Abwertung, irrationalen Überschwang, Bankenpleiten und -rettungen gab es immer schon: im Spanien des 16. Jahrhunderts, im Großbritannien des 17. Jahrhunderts, im Frankreich des 18. Jahrhunderts und in den USA des 19. Jahrhunderts.
Lehr- und anekdotenreich vermitteln die Autoren gewissermaßen nebenbei ein tiefes Verständnis für die Ursprünge des Finanzsystems – und damit auch für seine aktuellen Kapriolen. So zeigt sich: Der Weg von der Kaurischnecke zur Kreditklemme ist nicht weit.