21.11.2018 Markus Bußler

Gold: Der Trump-Faktor?

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Gold
Trendthema

Betrachtet man alleine die aktuelle Stärke des US-Dollars, dann hält sich der Goldpreis ausgesprochen gut. Obwohl der Dollarindex wieder deutlich über 96 Dollar notiert, kann Gold das Niveau bei 1.220 Dollar verteidigen. Jetzt könnte Hilfe von jemand kommen, der bislang keine große Hilfe gewesen ist: Donald Trump.

Mit seiner „America First“-Politik hat Trump maßgeblich dazu beigetragen, dass der US-Dollar stärker und stärker geworden ist. Vor allem die Sorge vor einem Handelskrieg mit China hat die Anleger in den Dollar getrieben. Doch der starke Dollar ist auch dem US-Präsident ein Dorn im Auge. Kein Wunder, ist die Währung doch dem Handelsbilanz-Defizit alles andere als zuträglich. Nachdem Trump schon mehrfach die Politik der US-Notenbank in Frage gestellt hatte, wurde er gestern konkreter und sagte: Er wünsche sich eine Zinssenkung von der Fed.

Zinssenkung?

Eine Zinssenkung wäre eine 180 Grad Kehrtwende in der Zinspolitik der US-Notenbank. Bislang geht der Markt davon aus, dass die Zinsen um Dezember steigen werden. Lässt sich die Fed davon beeindrucken? Offiziell sicher nicht. Die Fed ist unabhängig und unterliegt keinen Weisungen des US-Präsidenten. Doch inoffiziell hört man natürlich, was der Präsident sagt. Und sollte die Fed im Dezember tatsächlich davon absehen, die Zinsen anzuheben und vor allem die Zinsfantasie entweichen, dann dürfte dies auch dem US-Dollar wieder zurück auf den Boden der Tatsachen holen.

Kurzum: Der US-Dollar ist stark, doch Gold hält sich in Anbetracht dieser Stärke gut. Die Fed könnte tatsächlich langsam unter Druck kommen. Und die Zinsfantasie für das kommende Jahr könnte aus dem Markt entwichen. Gelingt dann womöglich noch ein Abkommen im Handelsstreit mit China, könnte der US-Dollar schnell an Glanz verlieren. Und das wäre gut für den Goldpreis.