31.05.2019 Markus Bußler

Gold: Ausbruch?

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Gold
Trendthema

Der Goldpreis kann zum Wochenausklang deutlich profitieren: Der Grund: Trump versetzt mit Strafzöllen auf Produkte aus Mexiko die Märkte in Unruhe. Heute sehen wir eine klassische Flucht in den Sicheren Hafen Gold. Solche Bewegungen sind normalerweise nicht von Dauer. Aber sollte Gold der Ausbruch aus dem Seitwärtstrend gelingen, dann dürfte sich dennoch ein neuer Trend etablieren.

Aktuell flirtet der Goldpreis erneut mit der Marke von 1.300 Dollar. Gelingt es dem Edelmetall auszubrechen, dann wäre dies ein erstes, wichtiges Indiz, dass die Bullen den Angriff auf den Widerstand bei 1.320/1.322 Dollar planen. Doch dass der Silberpreis heute gar nicht mitzieht lässt einige Zweifel an der Nachhaltigkeit der aktuellen Bewegung aufkommen. Dennoch: Ein Wochenschluss über 1.300 Dollar wäre unterm Strich auf jeden Fall positiv zu werten.

Kein Ausbruch über 1.300 Dollar?

BNP-Analyst Harry Tchilinguirian hat erst gestern in einem Interview mit dem Internetportal kitco.com seine Zweifel geäußert, dass Gold noch über 1.300 Dollar steigen kann. Seiner Ansicht nach würden die fehlenden ETF-Käufe, der starke Dollar und die Unfähigkeit von Gold, auf die Rezessions-Gefahren zu reagieren, einen weiteren Anstieg von Gold über 1.300 Dollar unwahrscheinlich machen. Auch wenn seiner Ansicht nach die rückläufigen Renditen in den USA sich durchaus positiv auswirken müssten.

Gold befindet sich in einem Spannungsverhältnis: Viele Anleger denken, Gold müsste angesichts der Verwerfungen an den Finanzmärkten eigentlich besser performen. Doch Anlaufstelle Nummer 1 für die Investoren scheint noch immer der US-Dollar zu sein – und das trotz rückläufiger Renditen. Der starke Dollar wiederum begrenzt das Potenzial von Gold. Eigentlich müsste man argumentieren: Angesichts der Dollar-Stärke entwickelt sich Gold sehr gut. Da auch der Dollar gemessen am Dollarindex zuletzt keine neuen Hochs mehr generiert hat, könnte diese Dollarstärke aber von nicht mehr allzu langer Dauer sein.