Neue Ausgabe: 12 Top-Aktien für Post-Corona-Ära
25.03.2017 Jochen Kauper

Geely-Aktie: Gute Zahlen eröffnen weiteres Kurspotenzial

-%
Geely
Trendthema

Chinas Autobauer holen mit großen Schritten auf. Geely sammelte in den letzten Jahren viele Traditionsmarken ein, um die Anfangs recht einfache eigene Modellpalette aufzupeppen. Jetzt bläst Geely mit Volvo sowie Lynk & Co zum Angriff auf Europa und die USA. Eine spannende, wenn auch etwas exotische Wette auf einen chinesischen Autobauer.

Ehrgeizige Ziele

Li ShuFu gibt sich in der Öffentlichkeit eher bescheiden und zurückhaltend. Ab und an huscht ihm aber dann doch ein knackiger Spruch über die Lippen. Chinas globaler Auto-Feldzug sei nicht mehr zu stoppen, sagte er zuletzt auf einer Veranstaltung. Li ShuFu ist Chef von Geely. Geely ist keine kleine Bastelbude, sondern einer der größten Autobauer Chinas mit einer Börsenbewertung von umgerechnet rund 12 Milliarden Euro.

Volvo: Geelys Basis-Transfer

Für Schlagzeilen sorgte Geely erstmals von rund sieben Jahren. Damals luchste Firmengründer Firmengründer Li ShuFu dem US-Hersteller Ford die Traditionmarke Volvo ab. Geely zahlte für Volvo 1,8 Milliarden Dollar. Ford hatte Volvo zehn Jahre zuvor für schlappe 6,5 Milliarden Dollar übernommen. Kein schlechter Deal also für Geely. Ein Prestigeerfolg noch dazu. Mit dem Volvo-Kauf hat Geely die Basis geschaffen. Es war nicht nur die edle Traditionsmarke Volvo an sich, sondern auch die moderne Technik der Schweden um die damals noch recht einfache Modellpalette von Geely endlich aufzurüsten und sich peu a peu in den internationalen Wettbewerb einzumischen.

Welcome London Taxi -

Neben Volvo schmückt das Geely-Portfolio seit 2013 The London Taxi Company, eine ehemalige Tochterfirma von Manganese Bronze. The London Taxi Company baut das „Black Cab“, für alle Briten fast ein Nationalheiligtum wie der Big Ben oder Eddie the Eagle.

 

Angriff auf Europa mit Lynk & Co

Geely hat aber noch ganz andere Pläne. Das Team von Li ShuFu will nämlich das schaffen, was bislang noch keinem chinesischen Autobauer gelungen ist: Der Konzern will in den USA und in Europa Autos auf den Markt bringen, die sich hinter den deutschen Herstellern und jenen aus den USA nicht verstecken müssen. Dafür hat man eine neue Marke kreiert, nämlich Lynk & Co.  

Mit Lynk & Co will Geely die junge, technikaffine Autokundschaft ansprechen. Entwickelt wurde der stylischen Kompaktwagen auf einer von Geely und Volvo gemeinsam aufgebauten Plattform. Kurzum: Die Sicherheitstechnik und die Assistenzsysteme sind auf Volvo-Niveau, was einerseits die chinesischen Kunden überzeugen und den Kritikern in Europa und den USA den Wind aus den Segeln nehmen wird. Ende 2017 soll Lynk in China auf den Markt kommen, Anfang 2018 landet er dann auch auf den europäischen Märkten.

Chinas Automarkt: Wachstumsstark und lukrativ

Des Weiteren hat Geely die Eigenmarken Emgrad, Englon, Panda und Shanghai Maple Automobile zu bieten. Die sorgen im wichtigen chinesischen Markt für gute Geschäfte. 

Vor wenigen Tagen gab Geely bekannt, man habe 2016 das stärkste Wachstum der letzten acht Jahre gestemmt. Der Nettogewinn verdoppelte sich auf umgerechnet 741 Millionen Dollar. Die Verkäufe in China kletterten um 50 Prozent auf 766.000 Autos. Im laufenden Jahr will das ehrgeizige Management eine Million Autos an die Frau beziehungsweise an den Mann bringen.

Auf geht’s - einsteigen

Chinas Autobauer holen mit großen Schritten auf. Das Reich der Mitte wird von der Werkbank der Welt zum High-Tech-Land. Nicht über Nacht, aber über die Jahre sollten sich sowohl die deutschen, als auch die amerikanischen Autobauer vor der immer mächtiger und innovativer werdenden Konkurrenz aus China in acht nehmen. 

Volvo. The London Taxi, bald vielleicht auch Proton und Lotus und der Hoffnungsträger Lynk & Co: Ein schönes Portfolio, das Geely zu bieten hat.

DER AKTIONÄR hat die Geely-Aktie erstmals in Ausgabe 10/2017 zu einem Kurs von 1,27 Euro empfohlen. Die Zukunftsaussichten machen Lust auf mehr.

Warum als nicht eine etwas exotische Wette auf einen spannenden, expansionslustigen chinesischen Autobauer wagen?! Das KGV ist mit 14 verglichen mit den deutschen Herstellern sicherlich sportlich. Aber zu welchem Zeitpunkt waren innovative, schnell wachsende Firmen an der Börse günstig bewertet? Nervenstarke Anleger wagen eine Wette auf Geely!