08.04.2020 Pierre Kiren

Gazprom: Neuer Ärger – es geht um 17 Milliarden Dollar – wie geht es weiter?

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Gazprom

Wieder einmal droht Gazprom eine neue Klage, wieder einmal ist der Kläger Naftogaz. Der Aufsichtsrat von Naftogaz prüft die Möglichkeit, neue Klagen gegen Gazprom in Höhe von insgesamt 17,3 Milliarden Dollar einzureichen. Das geht aus einem Facebook-Eintrag von Yuriy Vitrenko hervor, dem Geschäftsführer von Naftogaz.

Naftogaz ist ein staatlich geführtes Öl- und Gasunternehmen aus der Ukraine. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Energieriesen.  Der Grund: Naftogaz verlangt Schadensersatz für die Enteignung der verlorenen Tochterunternehmen nach der Annexion der Halbinsel Krim. 

Die gerichtliche Auseinandersetzung hat bereits im Oktober 2016 seinen Anfang genommen vor dem internationalen Schiedsgericht in Den Haag. 

Aktie arbeitet an Bodenbildung

Indes konnte die Gazprom-Aktie vor der wegweisenden Opec+-Konferenz deutlich zulegen – über 20 Prozent Kursplus seit den Tiefstständen vom März steht aktuell zu Buche.

Die Erholung des Kurses geht womöglich mit der Hoffnung des Marktes einher, dass sich Öl- und Gaspreise wieder stabilisieren. Kurzfristig wird natürlich der Ausgang des für morgen erwarteten Treffens (per Videokonferenz) der Opec+, den weiteren Kursverlauf der Aktie beeinflussen. Eine positive Einigung zugunsten stabiler Öl- und Gaspreise könnte den Kurs weiter beflügeln.

Mittelfristig würde Gazprom von einem baldigen Hochfahren der Weltwirtschaft profitieren können. In China läuft die Produktion schon an. In Europa lockern Österreich und Dänemarkt langsam ihre Beschränkungen – weitere Länder werden folgen. Dann steigt auch wieder der Bedarf nach Energie.

Gazprom (WKN: 903276)

Gazprom ist in einem extrem schwierigen Marktumfeld. Dennoch sind die mittel- bis langfristigen Aussichten für den weltgrößten Erdgasproduzenten gut. Aufgrund der enorm günstigen Bewertung der Aktie können mutige Anleger weiterhin zugreifen. Der Stopp sollte bei 3,30 Euro belassen werden.