Ferrari hat am Montag sein erstes vollelektrisches Auto präsentiert. Der Stromer mit dem Namen „Luce“ (siehe Foto oben) spaltet die Gemüter. Doch während Ferrari-Boss Benedetto Vigna den Kunden überraschende Zugeständnisse macht, dürfte sich der Wagen auch ohne Kaufzwang bestens verkaufen – schließlich bleibt es ein Ferrari.
• Ferrari wagt den radikalen Schritt ins Elektrozeitalter, der neue „Luce“ polarisiert Fans und Experten gleichermaßen.
• 1.050 PS, 800-Volt-Technik und fünf Türen: Ferrari setzt beim ersten Stromer voll auf Hightech statt klassische V12-DNA.
• Niemand soll gezwungen werden, einen E-Ferrari zu kaufen, um an andere Modelle zu kommen.
Ferrari hat sein erstes vollelektrisches Modell offiziell vorgestellt. Der Luce markiert für den italienischen Sportwagenbauer den Einstieg in die reine Batterieelektromobilität (BEV). Optisch geht Ferrari dabei neue Wege: Das Design des Luce bricht bewusst mit der traditionellen Formsprache der klassischen V12-Modelle und setzt stattdessen auf eine futuristische, aerodynamisch optimierte Linienführung.
Ein Blick auf das Datenblatt zeigt, dass die Performance-Werte fast unschlagbar sind. Vier Elektromotoren liefern eine Systemleistung von 1.050 PS. Dank einer modernen 800-Volt-Architektur saugt der Akku den Strom in Rekordzeit auf, während die maximale Reichweite nach WLTP-Standard bei 530 Kilometern liegt. Völlig neu für die Marke ist das Raumkonzept: Der Luce kommt als Fünfsitzer mit vier Türen.
Die Presse bewertet den Schritt überwiegend als strategisch notwendigen und klugen Schachzug, um strengere Emissionsvorgaben einzuhalten und neue Käuferschichten zu erschließen. Für eingefleischte Fans ist der Wagen und insbesondere das Design hingegen ein klarer Tabubruch. Das ist insofern besonders enttäuschend, da kein Geringerer als Sir Jony Ive – die einstige Design-Koryphäe von Apple – mit seiner Agentur LoveFrom für den Look verantwortlich ist. Der gesamte Wagen versprüht eher den Charme eines rollenden iPhones als den eines Vollblut-Rennwagens.
Kein Kaufzwang
Aus Sicht des Managements und der Aktionäre ist das visuelle Wagnis jedoch ein kalkulierbares Risiko. Da der Luce nicht als Nachfolger für etablierte Verbrenner-Ikonen wie den 812 oder den Purosangue positioniert wird, wildert er nicht im Revier der Stammkundschaft. Er soll vielmehr eine neue, extrem wohlhabende Kundschaft aus der Techszene ansprechen.
In diesem Zusammenhang stellte Konzernchef Benedetto Vigna eine besonders für Sammler wichtige Frage unmissverständlich klar: „Wir werden unsere Kunden niemals dazu zwingen, ein Elektroauto zu kaufen, um ein anderes Modell zu bekommen. Sie sollten niemanden zwingen, etwas zu kaufen, was ihm nicht gefällt. Das wäre der größte Fehler.“
Dadurch nimmt Ferrari den Druck raus, dass der Elektroflitzer alle gefallen muss. Die Stammkunden werden nicht verprellt und die Wiederverkaufswerte der klassischen Benziner dürften hoch bleiben.
Der Ferrari Lurce dürfte trotz seines polarisierenden Designs und des Startpreises von 550.000 Euro mehr als genügend Käufer finden. Die Aktie ist aktuell keine laufende Empfehlung. Ein Neueinstieg drängt sich aus charttechnischer Sicht weiterhin nicht auf.
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FAQs
1. Wie abhängig ist Ferrari vom Formel-1-Geschäft?
Die Formel 1 ist für Ferrari vor allem ein Marketing- und Markenfaktor. Der Rennstall stärkt weltweit die Wahrnehmung der Marke und unterstützt die Exklusivität der Straßenfahrzeuge. Finanziell stammt der Großteil der Einnahmen allerdings aus dem Verkauf von Luxusautos.
2. Welche Wachstumschancen hat Ferrari in den kommenden Jahren?
Ferrari setzt zunehmend auf margenstarke Sondermodelle, Hybridfahrzeuge und exklusive Kleinserien. Zudem arbeitet der Konzern am ersten vollelektrischen Ferrari-Modell, das neue Kundengruppen ansprechen könnte. Gleichzeitig bleibt das Management bei der Produktionsmenge vorsichtig, um die Exklusivität der Marke zu schützen. Anleger hoffen deshalb auf weiter steigende Gewinne bei gleichzeitig hoher Preissetzungsmacht.
3. Wie viele Autos produziert Ferrari pro Jahr?
Ferrari hält die Produktionszahlen bewusst niedrig, um die Exklusivität der Marke zu schützen. Zuletzt lag die jährliche Produktion bei etwas mehr als 13.000 Fahrzeugen. Trotz der vergleichsweise geringen Stückzahl erzielt Ferrari Milliardenumsätze und außergewöhnlich hohe Margen.
Heute, 11:15