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Evotec-Aktie: Und noch ein Hieb, aber...

Evotec-Aktie: Und noch ein Hieb, aber...
Foto: Börsenmedien AG
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Marion Schlegel 09.09.2014, 16:56 ‧ Marion Schlegel
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Die Aktie von Evotec steht am Dienstag nach gefälschten Studiendaten einer Tochtergesellschaft von Evotecs Partner Hyperion weiter unter Beschuss. Zwar hat sich der Wert von den anfänglichen Verlusten etwas erholen können, noch immer notiert Evotec aber 14 Prozent im Minus bei 3,17 Euro. Das Partnerschaftsprogramm mit dem Hoffnungsträger DiaPep277 wurde gestoppt, wodurch die bisherige Jahresprognose in Gefahr ist.


Kursziel-Senkung die Dritte
Mehrere Analysten haben sich daraufhin zu Wort gemeldet und ihr Kursziel deutlich gesenkt. Die Commerzbank sieht die Aktie zwar weiterhin als Kaufgelegenheit, das Kursziel wurde jedoch von 5,00 Euro auf 4,40 Euro gesenkt. Die Investmentbank Close Brothers Seydler hat den Zielkurs ebenfalls zurückgenommen: von 4,70 Euro auf 4,00 Euro. Sie bewerten Evotec nunmehr lediglich als Halteposition. 


Am Nachmittag hat sich auch Analyst Heinz Müller von der DZ Bank zu Wort gemeldet und die Aktie von Evotec wegen des abrupten Endes von DiaPep277 ebenfalls von "Kaufen" auf "Halten" abgestuft. Müller reduzierte in einer Studie vom Dienstag den fairen Aktienwert von 4,00 auf 3,60 Euro. Evotec sei zu seinen Vergleichsunternehmen beim Verhältnis zwischen Unternehmenswert und Umsatz etwas überbewertet. Zudem führe die vorzunehmende Wertberichtigung zu der Abstufung und dem geringeren fairen Wert. Damit ist Müller bereits der dritte Analyst, der seine Schätzungen gesenkt hat.


Finanzieller Schaden für Evotec
Zudem hat sich Analyst Thomas Schiessle, Analyst von Equi.ts, im Interview mit dem DAF Deutsches Anleger-Fernsehen zu dem Vorfall bei Evotec geäußert. "'Wenn Diapep zugelassen worden wäre, hätte es dem Biokonzern eine zweistellige Millionen-Meilensteinzahlung ab dem Jahr 2016 einbringen können", sagt Schiessle. Darüber hinaus gingen nun auch Umsatzzahlungen von Hyperion verloren, die Evotec beim Verkauf des Medikaments eingefahren hätte. "Die Beendigung des Projekts richtet langfristig also einen größeren Schaden an, als das dies nur kurzfristig der Fall gewesen wäre", so die Einschätzung des Analysten. Für Evotec bestehe keine Chance das Projekt bei den zuständigen Behörden zuzulassen. "Wenn Mitarbeiter bei einer pharmakologischen Studie pfuschen, wird die Zulassungebehörde diese Daten aus formalen Gründen nicht zur Prüfung zulassen", erklärt er. Dem Biotech-Konzern Evotec gibt er jedoch keine Schuld. (Das vollständige Interview können Sie hier abrufen.)


Abwarten
DER AKTIONÄR hält die Evotec weiterhin langfristig für interessant, rät den Anlegern aber nach den jüngsten Meldungen vorerst eine Kursberuhigung abzuwarten. Das Unternehmen muss nun daran arbeiten, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. 


(Mit Material von dpa-AFX)

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