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17.11.2020 Nikolas Kessler

Erst Facebook, jetzt Apple: Datenschutz-Ärger bei iPhones?

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Apple

Apple droht in Europa neuer Datenschutz-Ärger. Dabei geht es um ein Tracking-Tool zur Werbeanalyse auf den iPhones. Hinter den zwei Datenschutz-Beschwerden steht dabei kein Unbekannter, sondern Datenschutz-Aktivist Max Schrems, der auch schon zweimal erfolgreich gegen Facebook vor Gericht gezogen ist.

Konkret richten sich die Beschwerden von Schrems‘ Non-Profit-Organisation Noyb gegen einen Tracking-Code namens Identifier for Advertisers (IDFA), der automatisch beim Einrichten des iPhones generiert und auf dem Gerät gespeichert wird. Mit diesem Code lassen sich Online-Verhalten und Konsum-Präferenzen der Nutzer erfassen und zu Werbezwecken nutzen – etwa in Form von personalisierten Anzeigen.

Dies geschehe laut Noyb „ohne Wissen und Zustimmung“ der Nutzer uns sei vergleichbar mit Cookies im Browser. Dafür sei jedoch laut der europäischen ePrivacy-Verordnung eine Einwilligung der Nutzer erforderlich. Aus diesem Grund hat die Organisation bei Datenschutzbehörden in Deutschland und Spanien Beschwerde eingelegt und will erreichen, dass die IDFA-Codes gelöscht werden.

Apple reagiert kampflustig

Apple selbst hat sich am Montag ebenfalls zu den Beschwerden geäußert. Die Vorwürfe bezüglich IDFA seien „faktisch nicht zutreffen“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters aus einem Statement des Unternehmens. Apple greife nicht auf die IDFA auf den Geräten der Nutzer zu oder nutze diese für irgendwelche Zwecke.

„Unsere Geschäftspraktiken erfüllen die europäischen Gesetze und unterstützen oder übertreffen die Ziele der DSGVO und der ePrivacy-Verordnung, die den Menschen volle Kontrolle über ihre Daten geben sollen“, so Apple weiter. Man freue sich darauf, dies auch gegenüber den Datenschutzbehörden zu demonstrieren, sollten diese den Beschwerden nachgehen. 

Apple (WKN: 865985)

Die Anleger haben zunächst gelassen auf den drohenden Datenschutz-Ärger in Europa reagiert. Im freundlichen Gesamtmarkt ging die Apple-Aktie am Montagabend rund ein Prozent höher aus dem US-Handel. Auch DER AKTIONÄR rechnet zunächst nicht mit schwerwiegenden Auswirkungen auf das operative Geschäft und empfiehlt die Aktie weiterhin zum Kauf.

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Apple.

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