29.12.2011 Markus Horntrich

Die Lieblingsaktien der Redaktion (Teil 3)

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DAX
Trendthema

2011 war ein nervenaufreibendes und am Ende sehr schwaches Börsenjahr: DAX, TecDAX und Co verbuchten teils deutliche Verluste. Nun fragen sich die Anleger: Wo sollte man 2012 investiert sein? Welche Aktien sind interessant und haben das Potenzial, den Markt in den kommenden Monaten hinter sich zu lassen? In seiner Serie "Die Lieblingsaktien der Redaktion" gibt DER AKTIONÄR auf diese Fragen die richtigen Antworten.

Wenn man die Wunschzettel zu Weihnachten auswertet, ist klar, wer die großen Gewinner sind. Zu den begehrtesten Geschenken zählten Smartphones wie das Apple iPhone oder das Samsung Galaxy und insbesondere Tablets wie das iPad oder Galaxy Tab. Die Märkte für Smartphones und Tablets werden eindeutig von den beiden großen Playern Apple und Samsung dominiert, beides mittlerweeile Kunden der im TecDAX notierten Dialog Semiconductor. Insbesondere der Gewinn von Samsung als neuen Kunden dürfte allen Konjunktursorgen zum Trotz 2012 zu einer Sonderkonjunktur bei Dialog führen.

Tablet-Markt wächst mit 63 Prozent

Allein die Tatsache, dass die wichtigsten Zielmärkte weiter kräftig anziehen dürften, spricht für die Dialog-Aktie. Die Marktforscher von IDC etwa erwarten, dass der weltweite Smartphone-Markt zwischen 2010 und 2015 mit rund 27 Prozent jährlich wachsen wird. Noch eindrucksvoller sieht die Entwicklung aus, wenn man sich den Markt für Tablets betrachtet. Morgan Stanley geht weltweit von einem jährlichen Zuwachs von 63 Prozent zwischen 2010 und 2014 aus. In Stückzahlen ausgedrückt: Der Tablet-Absatz dürfte sich von 16 Millionen auf 114 Millionen Einheiten mehr als versiebenfachen.

Was bedeutet das für Dialog Semiconductor? Bekanntermaßen ist der Chip-Entwickler einer der Zulieferer für Apple und Samsung. Je nachdem, welche Funktionen in den Chips integriert sind, setzt Dialog je Gerät zwischen einen und drei Dollar um. Beim iPhone und iPad sind es schätzungsweise 1,50 Dollar. Will heißen: Allein im Weihnachtsquartal wird erwartet, dass Apple 14 Millionen iPads und 30 Millionen iPhones verkauft - für Dialog entspricht das nur mit diesen zwei Geräten einem Umsatz von 66 Millionen Dollar im vierten Quartal.

250 Millionen mit Apple

2012 ist davon auszugehen, dass Apple mit iPod, iPhone und iPad für knapp 250 Millionen Dollar Umsatz bei Dialog verantwortlich ist, was rund 40 Prozent der gesamten Erlöse entspricht. Dass mit Samsung nun der größte Rivale von Apple dem Kundenkreis von Dialog beigetreten ist, kommt einem Vorstoß in eine neue Galaxie gleich, was wörtlich zu nehmen ist. Neben einem Smartphone für den kräftig wachsenden chinesischen Markt soll die Power-Management- und Audio-ChipLösung von Dialog auch in der volumenstarken Galaxy-Serie von Samsung zum Einsatz kommen. Experten rechnen zudem damit, dass im Laufe des Jahres 2012 eine weitere Modellreihe hinzukommen könnte, die ab dem zweiten Halbjahr 2012 zusätzliche Impulse für den Umsatz eröffnete. Erfreulich ist zudem, dass Dialog mit Samsung einen höheren Umsatz je geliefertem Chip erzielen kann, da mehrere Funktionen (Power-Management und Audio) integriert sind. Analysten gehen davon aus, dass die Chips für durchschnittlich 2,30 Dollar an Samsung geliefert werden, was 35 Prozent über dem Konzerndurchschnitt liegt. Insgesamt ist 2012 mit einem Umsatzbeitrag durch Samsung in Höhe von 50 Millionen Euro zu rechnen. Nach Einschätzung des AKTIONÄR ist es jedoch nur eine Frage der Zeit, bis die Koreaner als Dialog-Kunde eine ähnliche Umsatzdimension wie Apple erreichen.

Diese Einschätzung deckt sich auch mit Aussagen von Dialog-Chef Jalal Bagherli, der 2012 ein starkes Jahr erwartet und langfristig (bis 2014) einen Umsatz von einer Milliarde Dollar anpeilt. Zum Vergleich: Der Analystenkonsens erwartet für 2014 aktuell gerade einmal knapp über 800 Millionen Dollar. Hier besteht also noch Potenzial.

Top-Favorit im TecDAX

Dialog Semiconductor ist dank der attraktiven Perspektiven für 2012 und darüber hinaus mit einem KGV von 13 für 2012 günstig. Wachstumsraten von über 40 Prozent rechtfertigen höhere Kurse. Die Aktie dürfte zu den Highflyern 2012 gehören.