26.02.2017 Benedikt Kaufmann

Deutsche Telekom: Beteiligungen machen Ärger

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Deutsche Telekom
Trendthema

Nicht alle Beteiligungen der Deutschen Telekom laufen derart blendend wie momentan T-Mobile US. Sorgenkinder gibt es einige: die BT-Group, T-Mobile NL und Telekom Romania.

Die Gerüchteküche um T-Mobile US brodelt: Kauft Sprint, gibt Dish Network ein Gebot ab oder übernimmt T-Mobile US selbst einen Mobilfunkanbieter? Tatsache ist: Für die Telekom-Tochter läuft es im operativen Geschäft blendend – das spiegelt der Kursverlauf der letzten zwei Jahre wieder. Die 90-Prozent-Rallye treibt den Wert der Beteiligung für die Deutsche Telekom auf rund 35 Milliarden Dollar. Rund 65 Prozent hält die Deutsche Telekom an T-Mobile US und im Gegensatz zu anderen Beteiligungen machen die Amerikaner keinen Ärger.

Die britische BT Group, an der die Deutsche Telekom mit zwölf Prozent beteiligt ist, hat wegen eines Bilanzskandals seiner italienischen Tochter einen herben Gewinneinbruch erlitten. Aufgrund von Abschreibungen und Rückstellungen verringerten sich die Profite im Vergleich zum Vorjahr auf weniger als die Hälfte. Die Folge: Ein Kursrutsch von 20 Prozent. In Verbindung mit der Schwäche des britischen Pfundes erwarten Analysten daher eine Wertberichtigung für die Beteiligung von rund drei Milliarden Dollar.

Ebenfalls Probleme macht aktuell T-Mobile NL. Das niederländische Parlament verabschiedete eine Gesetzesänderung, die Preisdiskriminierungen verbietet und die Netzneutralität stärkt. T-Mobile NL zeigte sich hiervon unbeeindruckt und brachte ein Angebot auf den Markt, dass Nutzern auch bei aufgebrauchtem Datenvolumen volle Geschwindigkeit bei einigen Streaming-Anbietern gewährte. Die Aufsichtsbehörden sehen dies als Diskriminierung der Dienste, die keine Kooperationspartner des Mobilfunkanbieters sind, und leiteten eine Untersuchung ein.

Unklar ist auch die Zukunft des schrumpfenden Mobil- und Festnetzgeschäftes in Rumänien – Berichten zufolge wird der Verkauf geplant. Telekom Romania verzeichnete über die vergangenen Jahre stetigen Kundenschwund, was die die Gewinne um rund 25 Prozent einbrechen ließ. Der Osten Europas galt lange Zeit als Motor für die Deutsche Telekom. Begrenzte Wachstumschancen zwingen jetzt aber zum umdenken.

Kommenden Donnerstag veröffentlicht die Deutsche Telekom ihre Jahreszahlen. Analysten erwarten einen Umsatz von 72,7 Milliarden Euro bei einem operativen Gewinn von 21,4 Milliarden Euro. Dann dürfte Konzernchef Timotheus Höttgens auch über die Lage der Beteiligungen aufklären und mögliche strategische Konsequenzen aufführen.