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25.01.2022 Fabian Strebin

Deutsche Bank vor Zahlen: Crash oder Rebound?

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Deutsche Bank

Einen Tag vor der nächsten Sitzung der US-Fed suchen die Papiere der Deutschen Bank eine Richtung, das Umfeld bleibt sehr volatil. Charttechnisch steht die Aktie nun an einer wichtigen Marke und am kommenden Donnerstag, 27. Januar, wartet das Geldhaus zudem mit den Q4-Zahlen auf.

Erneut schwarze Zahlen in einem Gesamtjahr, dieses Mal sogar ein Milliardenüberschuss - Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing dürfte am Donnerstag (27. Januar) mit Stolz die Bilanz für das Jahr 2021 präsentieren. Doch der deutsche Branchenprimus hat noch nicht alle selbstgesteckten Ziele erreicht.

Den Konzernumbau, der letztlich teurer war als geplant, sieht Konzernchef Sewing auf der Zielgeraden, wie er Ende Oktober betonte: „Insgesamt haben wir bereits 90 Prozent der erwarteten Belastungen durch die Transformation geschultert und sind auf bestem Weg, die Umbaukosten bis Ende des Jahres fast vollständig verdaut zu haben.“

Renditeziel im Fokus

Nun muss das Management die Investoren noch davon überzeugen, dass die Bank auch dauerhaft genug Geld verdient. „Das Renditeziel von acht Prozent ist unser Nordstern, die zentrale Orientierung für die gesamte Bank und den gesamten Umbau“, versicherte Finanzchef von Moltke Anfang Januar. Er sei „sehr zuversichtlich“, dass die Bank ihre Vorgaben im laufenden Jahr erfüllen werde.

Strategieupdate am 10. März

Schon Ende Oktober hatte Sewing bekräftigt, die Bank sei „auf einem sehr guten Weg, um eine Rendite auf das materielle Eigenkapital von acht Prozent nach Steuern zu erreichen, die wir uns für 2022 vorgenommen haben“. Am 10. März will der Vorstand den Investoren darlegen, wie Deutschlands größtes Geldhaus in den kommenden Jahren in Sachen Profitabilität weiter zulegen könnte.

Es läuft wieder rund

Die von der Bank bis 18. Januar befragten Branchenexperten rechnen für 2021 mit einem Vorsteuergewinn von rund 3,5 Milliarden Euro. Nach Abzug von Steuern und Minderheitsanteilen Dritter würden davon noch 2,1 Milliarden Euro übrigbleiben. Davon gehen noch Zinszahlungen an die Inhaber von Nachranganleihen ab, sodass auf die Aktionäre ein Überschuss von gut 1,6 Milliarden Euro entfallen dürfte. Dabei sollte die Bank davon profitiert haben, dass sie deutlich weniger Geld für mögliche Kreditausfälle zurücklegen musste als im Corona-Jahr 2020.

Verlust in Q4 erwartet

Im Schlussquartal 2021 rutschte das Frankfurter Geldhaus nach Einschätzung der Analysten jedoch unter dem Strich wieder in die roten Zahlen - unter anderem wegen Kosten für den Konzernumbau. Zuvor hatte das Institut fünf Quartale in Folge positiv abgeschlossen. Im Gesamtjahr 2020 hatte die Deutsche Bank nach fünf Verlustjahren in Folge mit 113 Millionen Euro erstmals unter dem Strich wieder Gewinn erzielt.

Deutsche Bank (WKN: 514000)

Nachdem die im Investmentbanking stark engagierten US-Konkurrenten im vierten Quartal patzten, könnte es auch bei der Deutschen Bank eine böse Überraschung geben. Charttechnisch sollte sich die Aktie wieder über die Marke von 11 Euro schwingen, andernfalls überwiegt der Abwärtsdruck. Investierte bleiben dabei, der Stopp liegt bei 9,00 Euro.

Mit Material von dpa-AFX.

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