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26.04.2018 Nikolas Kessler

Deutsche Bank: Schwache Zahlen und Strategiewechsel

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Deutsche Bank

Die Deutsche Bank hat am Donnerstagmorgen die Zwischenbilanz für das erste Quartal veröffentlicht. Demnach ich der Gewinn noch stärker zurückgegangen, als von Analysten erwartet. Viel spannender ist jedoch der ebenfalls verkündete Strategiewechsel.

Deutschlands größte Bank ist wie erwartet schwach ins Jahr 2018 gestartet. Zwischen Januar und März hat das Institut lediglich einen Gewinn von 120 Millionen Euro verbucht – rund 80 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten im Vorfeld zwar mit einem Rückgang gerechnet, mit 300 Millionen Euro aber trotzdem deutlich mehr erwartet. Die Erträge sind um fünf Prozent auf sieben Milliarden Euro zurückgegangen. Dafür macht die Deutsche Bank unter anderem Wechselkurseffekte und geringere Erträge der Unternehmens- und Investmentbank verantwortlich.

Strategiewechsel: Investmentbank schrumpft

Bei der Investmentbank setzt der neue Vorstandschef Christian Sewing nun auch den Rotstift an: In den USA und in Asien werde das Geschäft dort reduziert, wo es kaum grenzüberschreitende Aktivitäten gibt. Auch das Zinsgeschäft in den USA wird deutlich verkleinert. Im Beratungs- und Finanzierungsgeschäft konzentriere sich die Deutsche Bank künftig vorrangig auf jene Bereiche, die einen Bezug zu ihren europäischen Kunden hätten, heißt es in einer Unternehmensmeldung. Zudem werde das weltweite Aktiengeschäft vom Vorstand genau geprüft.

„Unsere Wurzeln liegen in Europa – hier wollen wir Unternehmen und institutionellen Kunden weltweite Finanzierungslösungen anbieten. Darauf werden wir uns künftig noch viel stärker konzentrieren“, so Sewing. Im Zuge des Umbaus soll es in den betroffenen Geschäftsfeldern und Regionen auch Stellenstreichungen geben.

Ziel der strategischen Anpassung sei es, das Kerngeschäft sowie die stabileren Ertragsquellen des Konzerns zu stärken. Ab 2021 sollen die Privat- und Firmenkundenbank und der Vermögensverwalter DWS nachhaltig ungefähr die Hälfte der Konzernerträge erwirtschaften.

Wenig Überraschendes – Aktie trotzdem auf Talfahrt

Bereits im Vorfeld war klar, dass die Zahlen wohl nicht berauschend werden und auch über einen bevorstehenden Strategiewechsel war zumindest spekuliert worden. Die Anleger reagieren im vorbörslichen Handel allerdings zurückhaltend auf den tatkräftigen Auftritt des neuen CEO und schicken die Aktie mit einem Minus von rund vier Prozent erneut auf Talfahrt. Die Aktie der Deutschen Bank ist derzeit eine Halteposition.

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