16.01.2018 Nikolas Kessler

Deutsche Bank: Neue Manipulationsvorwürfe bremsen

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Ein Pensionsfonds auf dem US-Bundesstaat Colorado klagt vor einem New Yorker Bezirksgericht gegen neun Großbanken. Ihnen wird vorgeworfen, jahrelang den kanadischen Referenzzins CDOR manipuliert zu haben. Unter den Beklagten ist auch die Deutsche Bank.

In der Klage, die Sammelstatus anstrebt, fordert der Fonds Schadenersatz in bislang unbezifferter Höhe.  Die Royal Bank of Canada, Toronto-Dominion Bank, Bank of Nova Scotia, Bank of Montreal, Canadian Imperial Bank of Commerce, National Bank of Canada, Bank of America, HSBC und die Deutschen Bank werden beschuldigt, zwischen August 2007 und Juni 2014 die Canadian Dollar Offered Rate, kurz CDOR, manipuliert zu haben.

Dieser wird täglich ermittelt und basiert unter anderem auf Angaben der großen kanadischen Banken. Er ähnelt damit dem Libor, der zuvor im Fokus eines Manipulationsskandals stand. Im Zuge der bisherigen Aufarbeitung musste die Deutsche Bank unter anderem 725 Millionen Euro Strafe an die EU-Kommission und zuletzt 220 Millionen Dollar für einen Vergleich in den USA bezahlen.

Neuer Belastungsfaktor

Natürlich gilt auch für die Deutsche Bank zunächst die Unschuldsvermutung. Ein weiterer langwieriger und teurer Rechtsstreit ist allerdings das Letzte, das die Großbank jetzt brauchen kann. Entsprechen zählt die Aktie am Dienstagmittag im ansonsten freundlichen DAX zu den wenigen Verlierern. Für investierte Anleger steht nach Einschätzung des AKTIONÄR derzeit aber kein Handlungsbedarf.