07.05.2019 Fabian Strebin

Deutsche Bank: Mit diesem Trick will der Konzern profitabler werden

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Deutsche Bank
Trendthema

Nachdem die Fusion mit der Commerzbank geplatzt ist, muss die Deutsche Bank wieder alleine zurechtkommen. Viele Experten fordern das Investmentbanking noch weiter zu schrumpfen. Doch es müssen nicht nur die Kosten sinken, sondern unter dem Strich auch mehr rumkommen. Deshalb fährt die Deutsche Bank eine neue Strategie.

Dazu gehört auch das aktuelle Angebot von 0,75 Prozent Zinsen auf Festgeld mit einer Laufzeit von sechs Monaten. Im derzeitigen Niedrigzinsumfeld ist das sehr viel. Die Konkurrenz von der Commerzbank bietet im Vergleich dazu nur 0,01 Prozent. Doch was steckt dahinter?

Die Deutsche Bank braucht neue Privatkunden um sich unabhängiger zu machen von der turbulenten Refinanzierung am Anleihemarkt. Kleinsparer reagieren weniger stark auf Skandale, wie es sie bei der Deutschen Bank in den letzten Jahren zu Hauf gab. Sie halten der Bank eher die Treue als Großanleger. Dazu passt, dass über die letzten drei Jahre der Anteil der Retail-Anlagen steigt und der über den Kapitalmarkt aufgenommene Mittelbedarf sinkt.

Mehr rausholen

Was die Deutsche Bank nun zunehmend macht, ist die „Umschichtung von Liquiditätsüberschüssen in höherverzinsliche Anlagen“, wie es im aktuellen Geschäftsbericht heißt. „Im ersten Quartal haben wir ungefähr 5 Mrd. Euro unserer Liquiditätsreserven in höher rentierliche Vermögenswerte inklusive Kredite verschoben. Wir planen, in den kommenden Quartalen weitere 20 Mrd. Euro an Liquidität zu verschieben, in Abhängigkeit vom Markt und Kundenmöglichkeiten.“

Weiter meiden

Mit dem Werben um Privatkunden ist die Deutsche Bank nicht alleine. Viele europäische Banken haben die kleinen Sparer für sich entdeckt. Die Strategie ist ein Versuch, mehr aus den Liquiditätsreserven herauszuholen. Ob die Rechnung aufgeht, muss sich zeigen.

Die Aktie der Deutschen Bank bleibt weiter ein heißes Eisen, die Strategie überzeugt nicht. Anleger meiden die Papiere.