08.04.2020 Fabian Strebin

Deutsche Bank: Immer Ärger mit Donald!

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Deutsche Bank

Die Deutsche Bank gilt als größter Gläubiger von Donald Trump. Seit 1998 hat sie Kredite im Volumen von rund zwei Milliarden Dollar an Trump und seine Unternehmen vergeben. Zum Beginn seiner Amtszeit stand der US-Präsident bei der Großbank noch mit 350 Millionen Dollar in der Kreide. In der Krise droht die Geschäftsbeziehung zum US-Präsidenten einmal mehr zum Problem zu werden.

Waters gibt keine Ruhe

Bereits in den vergangenen Jahren versuchten die Demokraten die Deutsche Bank zur Herausgabe von Unterlagen über Trump und seine Unternehmen zu bewegen. Vor zwei Jahren scheiterte die Demokratin Maxine Waters aber damit. Nun leitet sie den Finanzausschuss im Repräsentantenhaus und hat Steuerunterlagen von der Deutschen Bank und Capital One eingefordert.

Entscheidung erst nach der Präsidentschaftswahl im November?

Das Oberste Gericht soll nun entscheiden, ob die Banken die Unterlagen tatsächlich herausgeben dürfen. Mündliche Argumente dazu sollten eigentlich am 31. März gehört werden, der Termin wurde jedoch wegen der Coronakrise verschoben. Einen neuen Termin gibt es noch nicht. Es könnte jedoch sein, dass eine Entscheidung zu der Frage erst nach der Präsidentschaftswahl im November gefällt wird.

Trump bittet um Kreditstundung

Wie viel der 350 Millionen Dollar Trump der Deutschen Bank noch schuldet, ist unklar. Aber laut Finanzkreisen hat die Trump Organization, zu der mehrere Golfclubs und Luxushotel gehören, erste informelle Gespräche mit der Bank wegen einer möglichen Aufschiebung von Kreditzahlungen geführt. Von Rettungsmaßnahmen, die die USA für die Wirtschaft beschlossen haben, ist die Präsidentenfamilie selbst nämlich explizit ausgeschlossen.

Deutsche Bank gerät in die Zwickmühle

Für die Deutsche Bank ist der ganze Vorgang pikant, da der Vorstand um Christian Sewing eigentlich nur verlieren kann. Gibt man dem Druck der Demokraten nach, könnte das Repressalien von Trump im wichtigen US-Markt zum Beispiel bei der Regulierung nach sich ziehen. Ebenso erpressbar könnte man sein, wenn Stundungen für Kreditzahlungen für Trumps Unternehmen nicht gewährt werden. Andererseits könnte es nach Gefälligkeiten aussehen, falls die Bank weiter auf Seite von Trump bleibt. Zumindest sehen das alles die Demokraten so.

Die Deutsche Bank hat Erfahrung mit Rechtsstreitigkeiten und schlechter Presse. Doch die Verbandelung mit dem US-Präsidenten hat das Zeug für einen größeren Aufreger. Wird Trump im November 2020 abgewählt und erfolgt erst danach die Herausgabe der Unterlagen, könnte die Deutsche Bank noch mit einem blauen Auge davon kommen. Alles andere wäre heikel.

Die vergangenen Wochen könnten auch bei der Deutschen Bank im Handelsgeschäft die Erträge erhöht haben. Ansonsten sind die Umsätze im Investmentbanking wohl spätestens im März eingebrochen. Auch das lange als stabiles Segment gepriesene Transaktionsbanking dürfte spürbar eingebrochen sein. Kunden haben wohl auch Milliarden bei der Fondstochter DWS abgezogen, nicht zu sprechen vom mauen Geschäft im Retailbanking seit Corona.

Deutsche Bank (WKN: 514000)